Oudtshoorn bis Camdeboo NP  -  28.-29.09.2012

28.09. Von Oudshoorn bis Graaf Reinet

Was sind wir nur für Faultiere - stehen erst um 8 Uhr auf! Aber das Wetter ist auch übel, es regnet in Strömen.

Müssen schon wieder alles packen und einräumen - das kleine Auto ist gerammelt voll mit all dem Zeugs für die nächsten Selbstversorger-Tage.

Um 9 Uhr fahren wir los Richtung Graaf Reinet. Sauwetter - hoffentlich wird das bald besser ... Aber im Moment regnet es fast im ganzen Land, zum Glück ist für das Wochenende Auflockerung angekündigt.

In dem kleinen Ort De Rust gibt es ein nettes kleines Geschäftchen mit selbstgemachten Gewürzen und allerlei Bastelarbeiten. Auch hausgemachtes Popcorn gibt es, der Erlös kommt dem örtlichen Tierrettungsverein zugute. Die Besitzerin freut sich, daß es endlich mal wieder regnet. Sie meint, wir wären "lucky" wenn es überall regnet, wo wir hinkommen. Das kennen wir ja schon, hatten wir sogar im Oman gehört - eigentlich ja einem der trockensten Länder der Welt. Wir sind darüber irgendwie gar nicht so "lucky" ...

Aber um 10 Uhr kommt sogar schon wieder etwas die Sonne durch. Fast Aprilwetter heute, mal ein Regenschauer, mal Sonnenschein. Die Jahreszeit ist ja auch entsprechend, wir sind schließlich auf der Südhalbkugel.

Je weiter wir nach Norden kommen, desto wärmer wird es. Landschaftlich ist es eher eintönig. Blühende Agaven, dort und da ein paar Strauße, ein Äffchen auf einem Baum sind schon die Highlights.

Kurz nach 13 Uhr erreichen wir die kleine Stadt Graaf Reinet, hier gibt es eine schöne Kirche. Tanken mal wieder voll und heben Geld vom ATM ab. Stellen fest, daß die Limits je Bank verschieden sind, bei ABSA bekomme ich 3000 Rand, bei FNB waren es nur 2000 Rand. 1000 Rand (umger. fast 100 Euro) sind auch in Südafrika heute nicht mehr besonders viel Geld, alles ist auch hier sehr teuer geworden. Da wünschen wir uns immer wieder die Zeit zurück von vor 10 Jahren, als alles hier nur gut die Hälfte kostete ...

Unser Navi findet das Camdeboo Nationalpark-Camp nicht und lotst uns zum Eingang des Valley of Desolation. Dort erfahren wir, daß das Camp auf der anderen Seeseite liegt, also wieder zurück in die Stadt und auf der anderen Seite raus.

Wir haben hier ein Zelt reserviert und bekommen die Nr. 2 direkt am See. Parken können wir dort nicht, weil die Zufahrtsstraße momentan überschwemmt ist. Ist aber nicht recht weit zu gehen.

Das Zelt ist um 13.30 Uhr noch nicht fertig, wir sollen in einer Stunde wiederkommen, heißt es.

So machen wir erstmal "Mittagspause" und essen unsere Sandwiches, die ich gestern schon vorbereitet hatte. Dann fahren wir gleich mal los zur Gamedrive-Area ...

28.09. Camdeboo NP - Gamedrive Area

Die Gamedrive-Area liegt wieder auf der anderen Seite des Sees, gleich ein paar Kilometer nach der Zufahrt zum Valley of Desolation.

Eigentlich gäbe es auch eine direkte Piste vom Camp, aber die ist leider im Moment auch überschwemmt.

Am Parkeingang bekommen wir von einem sehr netten Ranger eine Karte und etliche Erklärungen. Es soll eine Büffelherde geben, die sich "normally near the lake" aufhält - leider haben wir nichts davon gesehen.

Das Areal ist recht überschaubar. Es gibt einen Rundweg durchs Gelände, zwischendurch noch eine Stichstraße und einen kurzen Abstecher an den See.

Auch recht überschaubar ist die Tierwelt hier. Aber es ist unser erster Gamedrive auf dieser Reise und wir genießen es!

Gleich nach dem Parkeingang sind ein paar Oryx zu sehen, Springböcke, Kuhantilopen, Gnus, Strauße, Meerkätzchen und ein paar recht schöne Vögel gibt es auch noch zu bewundern.

Nach einer Runde fahren wir weiter zum Valley of Desolation ...

28.09. Valley of Desolation

Schon die Zufahrt zum "Tal der Trostlosigkeit" ist ein Erlebnis. Jede Menge blühende Agaven und dann steigt die Straße entlang eines kleinen Tales steil an.

Nach ca. 6 Kilometern der erste Aussichtspunkt. Von hier hat man einen guten Überblick ins 500 m tiefer gelegene Städtchen Graaf Reinet und auch die markanten Felsformationen weiter oberhalb kann man gut sehen.

Nach weiteren 3 km ist man am Parkplatz des oberen Viewpoint angelangt. Wir sind im Moment die einzigen hier, das Wetter ist auch nicht gerade toll im Moment. Aus einem leichten Wind ist schon Mittags ein starker geworden und mittlerweile bläst es schon sehr stürmisch.

Aber das Tal ist noch von der Sonne beschienen und eine kräftige Regenfront ist im Anzug. Deshalb kämpfen wir uns die 220 Meter bis zum Viewpoint durch. Aber besonders lange halten wir uns dort nicht auf, denn so nah am Abgrund rumzulaufen ist bei dem Sturm schon grenzwertig :-)

Als wir zurück am Parkplatz sind, beginnt es schon zu regnen. Trotzdem kommen in der nächsten Stunde immer wieder Kleinbusse mit Touristen und Guides an, die sich zum Viewpoint durchkämpfen. Gut, daß wir alleine unterwegs sind und selbst entscheiden können, denken wir wieder mal ...

Nach einer Stunde hat der Regen aufgehört und wir wagen nochmal einen Versuch. Ist immer noch zu gefährlich bei dem Sturm und so fahren wir kurz vor 18 Uhr zurück nach Graaf Reinet.

Bei KFC gibts einen Chicken-Wrap zum Abendessen und dann fahren wir zurück ins Camp. Wir sind die einzigen Gäste diese Nacht - schon ein bißchen unheimlich, aber es ist ein Wachposten da.

Mittlerweile ist es sehr kalt geworden, wir sind total froh über die 3 Decken im Zelt. So sind wir warm eingepackt und draußen pfeift der Sturm - ist sogar richtig kuschelig hier ...

29.09. Morgenstund hat Frost im Mund ...

Schlafen erstaunlich gut hier, werden aber schon früh durch einen irren Lärm geweckt. Hört sich fast wie ein Flugzeug an, aber warum kommt das immer und immer wieder ?

Um 6.45 Uhr geben wir auf und stehen auf. Ein Blick aus dem Zelt zeigt uns einen wolkenlosen Himmel - und auf diesem ziehen 2 Flieger ununterbrochen ihre Runden.

Es ist klirrend kalt und der Security-Mann macht uns ganz aufgeregt darauf aufmerksam, daß auf den Bergen Schnee liegt! Wir erklären ihm, daß wir den zuhause auch lang genug haben und er stellt fest, daß dann wohl wir den Schnee mitgebracht haben müssen :-)

Es hat ganze 1 Grad und das Frühstück im Freien ist im wahrsten Sinne des Wortes "cool". Bananenkuchen mit Lychee-Saft ist nicht aufregend, aber für größeren Aufwand ist es uns eindeutig zu kalt!

Kurz vor 8 Uhr fahren wir los, wollen gleich noch in die Gamedrive-Area ...

29.09. Noch ein Gamedrive im Camdeboo NP

Heute sind etwas mehr Tiere zu sehen als gestern. Zusätzlich zu den Gnus, Springböcken, Meerkatzen und Straußen von gestern sind heute auch noch Kudus und Eland-Antilopen unterwegs. Laut dem Infoblatt soll es ja noch jede Menge weiterer Tiere geben hier, doch das Gebiet um den See ist recht weitläufig und momentan kommt man dort ja nicht hin.

Aber am See ist es auch heute wieder wunderschön und die Vogelwelt bietet spektakuläre Szenen.

Können uns nur schwer trennen, aber wir wollen heute ja noch weiter zum Mountain Zebra Nationalpark, da gibt es auch wieder Tiere in Hülle und Fülle ...

Vorher fahren wir aber natürlich nochmal zum Valley of Desolation hinauf.

29.09. Valley of Desolation die Zweite

Gut, daß wir unsere Wildcard haben, so können wir beliebig oft in den Nationalparks ein- und ausfahren ...

Bei Sonnenschein ist die Gegend noch viel schöner stellen wir fest - auf der Zufahrtsstraße sehen wir eine Erdmännchen-Familie. Leider sind die Tiere sehr scheu und verschwinden ruckzuck in ihren Bauten.

Der Schnee auf den Gipfeln ist leider schon wieder geschmolzen, doch auch so ist die Gegend hier sehr schön.

Heute lassen wir uns Zeit für den oberen Aussichtspunkt und machen auch die kurze Wanderung am Valley Nature Walk (1,5 km - 45 Minuten). Landschaftlich einfach spektakulär hier oben, erinnert uns an unsere Reisen in den Westen der USA.

Dann zurück nach Graaf Reinet. Hier scheint heute kräftig was los zu sein, auf der Straße findet eine Laufveranstaltung statt und überall ist volksfestmäßig aufgebaut.
Schauen uns noch etwas um, bevor wir um 10.30 Uhr Richtung Mountain Zebra Nationalpark losfahren.