Hermanus - Kapstadt - Heimflug -  13.-15.10.2012

13.10. Weiter entlang der Küste - Pinguinkolonie Stoney Point

Das Frühstück ist wieder fantastisch wie gestern. Das Packen ist auch nicht mehr so aufwändig, haben schon fast alles sicher in den Koffern verstaut.

Fahren nochmal ins Zentrum von Hermanus und besuchen die Wale an der Promenade. Auch heute wieder jede Menge von ihnen da.

Um 10 Uhr starten wir los die Küste entlang Richtung Kapstadt. Etwas außerhalb von Hermanus fahren wir noch an eine Tankstelle zum Autowaschen. Wollen keine Diskussionen bei der Autorückgabe, hatten wir alles schon mal ...

Dann gehts weiter nach Kleinmond. Klein ist das auch nicht mehr hier, hat uns immer gut gefallen auf unserer früheren Reisen der Ort. Auch hier ist die Blüte in vollem Gang.

Wie schon zweimal davor machen wir Zwischenstopp bei der Pinguinkolonie Stoney Point. Vor 10 Jahren hieß es hier noch Bettys Bay und es gab weder einen Eintritts-Kiosk noch viele Besucher. Jetzt ist Wochenende und ziemlich viel los.

Aber dafür gibt es heute hier viel mehr Tiere als früher, es ist regelrecht überfüllt an dem kleinen Strand! Da dürften wohl einige Tiere von der bekannten Boulders Beach Kolonie hierhergezogen sein - kein Wunder, hier ist es doch noch etwas ruhiger als dort. Es herrscht ein reges Treiben - immer wieder schön, die putzigen Tierchen zu beobachten ...

Ärgerlich sind nur die Eltern, denen total egal ist ob ihre Kinder rumschreien, auf den Stegen trampeln oder auf die Pinguine runtergrapschen! Die Kinder können ja meist die unzähligen Hinweisschilder nicht lesen und verstehen es ja auch noch nicht. Aber dafür wären halt eigentlich Eltern da - aber offensichtlich sind die auch zu blöd zum Lesen ?!?

Erschreckend sind die Statistikzahlen, die über die Pinguinpopulationen im südlichen Afrika existieren. Und wenn man sich genau umsieht an den beiden verbliebenen Brutplätzen hier und in Boulders Beach ist es ja auch kein Wunder, daß die Zahl der Tiere so rapide zurückgeht. Beim Eingang zum geschützten Bereich hier liegen die Motorboote zur Abfahrt bereit und die Häuser hat man mittlerweile überall schon fast bis zu den Brutplätzen gebaut. Vom Wegfall der Nahrung durch die Überfischung der Meere ganz zu schweigen ...

13.10. Auf der R44 nach Gordons Bay

Um 13 Uhr geht es weiter immer die Küste entlang Richtung Gordons Bay. Die Küstenstraße ist sehr schön hier. Es gibt jede Menge Parkplätze, um die schönen Ansichten genießen zu können. Allerdings nimmt der Verkehr zu, je näher wir an Kapstadt kommen. Wochenende und endlich mal wieder ungetrübter Sonnenschein - das lockt natürlich jede Menge Leute hinaus aus der Stadt ...

Auf der Strecke im Westen der Kaphalbinsel über Camps Bay und Hout Bay sind überall Verkehrsstaus. Und jede Menge Einsatzfahrzeuge sind unterwegs, am nächsten Tag lesen wir in einer Zeitung, daß ein Touristenboot gesunken ist, aber zum Glück alle Leute gerettet werden konnten.

Wollen erst zum Kirstenbosch Botanical Garden, aber der Parkplatz ist gerammelt voll, das sparen wir uns heute!

13.10. World of Birds Vogelpark

Also fahren wir zum World of Birds Vogelpark - hier waren wir schon einmal, hatte uns recht gut gefallen damals.

Leider hat sich der Vogelpark sehr zu seinem Nachteil verändert. Sieht recht heruntergekommen und schmutzig aus alles und die Vögel und die anderen Tiere tun uns echt leid, vor allem die putzigen Erdmännchen, die sind völlig überfüttert und total aggressiv. Wahrscheinlich durch die Besucher ...

So gehen wir eine schnelle Runde durch und haben dann am Parkplatz noch ein nettes Gespräch mit einem Souvenirverkäufer aus Zimbabwe. Natürlich ein Schlitzohr, wie die meisten ihrer Art, aber wir kaufen ein recht hübsches Draht-Zebra ("handmade from my wife" - ja bestimmt!) zu einem Preis, der den armen Mann völlig ruiniert :-)

13.10. Auf der M6 nach Kapstadt

Der Verkehr ist immer noch höllisch, schleppend geht es hinein in die Stadt. Unser Navi findet sich wegen dem fehlerhaften Kartenmaterial wieder mal überhaupt nicht zurecht, schon total ärgerlich! Zum Glück haben wir ja die Wegbeschreibung zu unserer gebuchten Unterkunft mit dazugehörigem Kartenmaterial - sonst wäre man da ziemlich schlecht dran in so einer relativ großen Stadt ...

Claudia von House on the Hill Guesthouse empfängt uns herzlich. Wir hatten ja für die erste gebuchte Nacht, die dank British Airways ausgefallen war, noch nicht mal was bezahlen müssen - das ist heute gar nicht mehr selbstverständlich und hat uns sehr gefreut! Das Guesthouse liegt in einer ruhigen Sackgasse, aber recht zentral, man könnte theoretisch sogar die Waterfront zu Fuß erreichen - wir bevorzugen allerdings bei Dunkelheit das Auto, wenn's nicht gerade nur um die Ecke geht ... Einen Parkplatz hatten wir direkt vor der Tür, auch nicht überall selbstverständlich in größeren Städten.

Unser Zimmer im ersten Stock ist ganz nett, aber erstmal haben wir Hunger ...
Claudia gibt uns einen guten Überblick über die Restaurants in der Nähe - in deutsch, denn sie ist vor 12 Jahren aus Deutschland nach Südafrika ausgewandert.
Das Angebot an Restaurants in Fußweite ist sehr groß, wir entscheiden uns für das Steakhouse Husar Grill. Da gibts ein Special - Sirloin 200 g, ist ausgezeichnet. Dann noch Pancake als Nachspeise - das perfekte Ende für einen wunderschönen Tag!

14.10. Auf den Tafelberg

Heute ist Kap-Tag ... Als wir um 7 Uhr aufstehen, begrüßt uns strahlendblauer Himmel - so soll Urlaub sein! Das Frühstück ab 8 Uhr ist ausgezeichnet, alles frisch vom Italiener, erzählt uns Claudia.

Wir überlegen, ob wir nicht vielleicht auf den Tafelberg fahren, wenn schon das Wetter so gut ist heute. Claudia ruft bei der Talstation an - am Berg sonnig und Windstill und keine Warteschlange - was will man mehr! Was für ein Service, sowas sind wir echt nicht gewohnt ...

Wir können dann sogar ganz nahe bei der Talstation parken, weil wir noch früh genug dran sind. Wie vorausgesagt haben wir keine Warteschlange an der Kasse, die Gondel ist halb leer. Sie dreht sich beim Rauffahren, also gibts keine Drängeleien um die besten Aussichtsplätze.

Waren vor 10 Jahren mal hier oben gewesen, war damals aber ziemlich kalt und recht windig. Das ist überhaupt kein Vergleich zu heute, einfach traumhaft der Ausblick!

Wir gehen die ganze Wander-Runde, überall 1a-Aussichten. Langsam füllt es sich allerdings und gegen Mittag ist es ganz schön voll hier oben.

Also fahren wir wieder runter, wir wollen ja noch einiges mehr sehen heute ...

14.10. Chapmans Peak Drive

Eine Premiere für uns ist es, den Chapmans Peak Drive zu fahren. Einmal war er gesperrt, einmal hatten wir zuwenig Zeit. Aber jetzt ist es endlich soweit - wir fahren die berühmte Mautstraße von Nord nach Süd. In die entgegengesetzte Richtung wäre es wesentlich besser, weil man auch mal stehenbleiben könnte - aber wer weiß, wie das Wetter am späten Nachmittag ist ...

Auch hier heute ziemlich viel Verkehr, da kann man natürlich die Aussicht nicht so gut genießen, wenn man in einer Kolonne dahinfährt. Und trotz Überholverboten und Sperrlinie wird sogar immer wieder gefährlich überholt - echt krank die Leute, wieso fahren die auf einer mautpflichtigen Aussichtsstraße, wenn sie es eilig haben?

Aber die Aussicht ist schon spektakulär, war die paar Rand Mautgebühr auf jeden Fall wert ...

14.10. Table Mountain Nationalpark - Kap der Guten Hoffnung

Dann über Simons Town bis zum Table Mountain Nationalpark. Der Eintritt ist ziemlich hoch, doch wir haben ja unsere Wild Card. Leider hatte sich das Wetter schon in Simons Town zunehmend verschlechtert, es weht fast stürmischer Wind und große Wolkenfronten ziehen durch.

Fahren erst zum Parkplatz beim Cape-Point Leuchtturm. Hier ist ziemlich viel los und wir gehen fast in der Schlange die vielen Stufen hinauf. Oben bläst der Wind extrem, man kann sich kaum halten ...

Weiter zum Cape of Good Hope. Hier gibts eine endlose Warteschlange für das obligatorische Foto mit der Tafel. Auch hier der Wind so stark, daß es eine alte Dame richtig wegbläst. Da halten wir uns nicht besonders lang auf und fahren gemächlich wieder die Straße auf der Kaphalbinsel rauf Richtung Ausgang. Mittlerweile ist auch dichter Nebel aufgezogen, sieht irgendwie unheimlich aus.

14.10. Zurück nach Kapstadt - Tableview

Wir können es kaum glauben, aber oberhalb der Kaphalbinsel ist der schönste Tag - wunderbar sonnig und kaum ein Wölkchen. Ist zwar auch windig, aber kein Vergleich mit dem Kap. Fahren also noch hinauf nach Norden nach Tableview (Richtung Bloubergstrand). Hier gibts, wie der Name schon sagt, eine tolle Aussicht auf den Tafelberg - mittlerweile hat er ja wieder sein berühmtes "Tischtuch" aufgelegt.
Wir sehen noch eine Weile den Kitesurfern zu, die fliegen bei dem starken Wind extrem hoch in die Luft, tolles Schauspiel.

Dann zurück ins Guesthouse, wir fahren durch Downtown. Die Sonne ist schon am Untergehen, als wir ankommen. Gehen wieder runter zur "Restaurantmeile" an der Hauptstraße, hier gibts neben dem Steakhouse noch Italiener, einen Mexikaner, Takeaways ... Heute entscheiden für uns für ein Thai-Restaurant, eine ganz gute Wahl.

Dann noch der letzte Gepäckcheck, haben sogar noch etwas Platz in einem Koffer - wer hätte das gedacht, aber morgen finden wir sicher noch was zum Mitnehmen :-)

15.10. Pinguinkolonie Boulders Beach

Der letzte Tag! Unser Flug geht erst am Abend, so haben wir noch den ganzen Tag Zeit für Kapstadt. Quatschen noch etwas mit Claudia über das Leben hier in Südafrika, das Gepäck können wir natürlich hierlassen, bis wir dann gegen Abend zum Flughafen fahren.

Fahren gleich mal zum Botanischen Garten Kirstenbosch. Auf Umwegen, denn das Navi lotst uns irgendwohin, einmal wird sogar eine Route mitten durchs Meer berechnet, wäre lustig wenns nicht so ärgerlich wär :-)

Doch Kirstenbosch liegt in dichtem Nebel, müssen wir wohl später nochmal herkommen. Also weiter nach Simonstown zur Pinguinkolonie Boulders Beach.

Die kennen wir zwar auch schon, aber ist immer wieder nett hier. Sind total lästig beim Eingang, wollen Ausweis zur Wildcard (war in den unzähligen Nationalparks davor noch nie) und meckern über unser Stativ - gibts doch gar nicht - Franky geht einfach rein damit und läßt sie schimpfen ...

Bei unserem letzten Besuch waren nur ein paar Pinguine da gewesen, heute sind es wieder einige mehr. Trotzdem nicht annähernd so viele wie in Stoney Point. Sind heute sicher mehr Touristen als Pinguine da :-)

Man rechnet ja schon heute damit, daß 2050 ohnehin alle Pinguine im südlichen Afrika ausgestorben sind, also genießen wir den Anblick heute noch!

15.10. Botanischer Garten Kirstenbosch

Kurz vor 12 Uhr fahren wir wieder zum Kirstenbosch, durch das zweimalige Herumirren bei der Anfahrt kennen wir jetzt wenigstens die Strecke schon fast auswändig :-)

Es liegt immer noch dichter Nebel über den Bergen und es weht ein starker Wind, aber das wird wohl heute auch nicht mehr besser werden.

Also machen wir das beste draus und gehen eine schöne Runde durch den Botanischen Garten bis hinauf zum Proteengarten. Immer wieder wunderschön hier. Die Papageienblumen stehen in voller Blüte und auch die Proteen zeigen sich von ihrer schönsten Seite. Nur die Wildblumen sind schon ziemlich verblüht, aber die hatten wir ja nun wirklich zjm Abwinken.

Wir wandern bis fast ganz hinauf und genießen von dort den schönen, wenn auch nicht ganz ungetrübten Ausblick über die Stadt.

15.10. Waterfront und Heimflug

Wir haben noch Zeit und fahren zum Abschluß noch an die V&A Waterfront. Hier hat sich einiges verändert seit unserem letzten Besuch, es gibt sogar ein Riesenrad jetzt.

Bummeln noch etwas durch die Geschäfte - haben ja noch Platz im Koffer :-)
Noch ein letztes Essen bei Spur, die anderen Restaurants hier sind uns zu teuer.

Dann gehts zurück ins Guesthouse, die Koffer abholen und raus zum Flughafen. Noch nicht mal diese Strecke findet unser Navi fehlerlos, zum Glück gibts überall Hinweisschilder und wir haben noch unsere Karten mit.

Bei der Tankstelle am Flughafen tanken wir noch voll - die Rückgabe des Autos ist schnell und problemlos erledigt. Waren total zufrieden mit Avis. Dann der lange Weg zu Fuß zum Flughafengebäude und die übliche Prozedur mit Checkin ...

Der Flug nach London hat schon wieder Verspätung, gibts doch gar nicht! Diesmal bekommen wir aber wenigstens unsere bezahlten Sitzplätze, so ist der lange Flug viel angenehmer. Leider verpassen wir aber schon wieder unseren Anschlußflug nach München, stehen dann über eine Stunde in einer Reklamationsschlange an und werden zum Abschluß nochmal beim Zoll so richtig verarscht (anders kann ich das echt nicht ausdrücken, mir wird heute noch ganz heiß, wenn ich dran denke). Dadurch erreichen wir auch den umgebuchten Flug nicht, doch der hat ja auch wieder eine Stunde Verspätung - und so geht sich das doch noch aus, sodaß wir irgendwann in München sind. Und nach unzähligen Formularen und Mails bekommen wir dann nach Monaten sogar das Geld für die umsonst bezahlten Sitzplätze zurück, von einer Entschädigung für den umsonst bezahlten Mietwagen usw. natürlich keine Rede. Mann, und die trauen sich auch noch, eine Zufriedenheitsumfrage zu schicken - wir werden sicher nicht mehr mit British Airways fliegen, wenn es sich irgendwie vermeiden läßt ...

Aber trotz des unangenehmen Abschlusses war es wieder ein traumhafter Urlaub in unserem Lieblings-Urlaubsland Südafrika. Wenn auch die Flüge eine Katastrophe waren und das Wetter nicht perfekt war, der Rest hat 100%ig gepasst!

Und die Frage ist wie immer nicht, ob wir wiederkommen, sondern wann wir wiederkommen :-)