Lamberts Bay  -  23.-25.09.2012

23.09. Unterwegs nach Lamberts Bay 

Heute gibts Croissants zum Frühstück und natürlich wieder eine nette Unterhaltung mit Glen. Wir erzählen ihm, daß wir vor 10 Jahren fast nach Südafrika ausgewandert wären. Er meint, das wären noch gute Zeiten gewesen. Heute sind die Grundstückspreise extrem gestiegen - vor einem Jahr hätte sein Grundstück mehr als das 7fache von vor 9 Jahren gekostet, heute ist der Preis wieder gefallen, allerdings immer noch fast auf das 5fache.

Dauert etwas, bis wir alles ins Auto gepackt haben, haben wie üblich viel zu viel Zeugs mit ...

Kurz nach 9 Uhr fahren wir los, leider ist es stark bewölkt, sieht nicht besonders gut aus für heute mit dem Wetter.

Erstes Ziel ist der Fischerort Paternoster. Ganz nett mit seinen weißgetünchten Kaphäuschen - würde natürlich bei Sonnenschein idyllischer wirken. Ganz in der Nähe ist das Cape Columbine Lighthouse. Das hat am Wochenende geschlossen stellen wir fest als wir davor stehen. Hätte man uns gleich sagen können, als wir die 27 Rand Eintritt für den Nationalpark bezahlt hatten ...

Fahren noch eine Runde, ist ein sehr gut besuchter Campingplatz dort - die Lage ist auch toll. Leider beginnt es zu nieseln, da halten wir uns nicht besonders lange auf.

Weiter nach Shelley Beach, man kann hier aber nicht so einfach an den Strand - ist eines der jetzt überall entstandenen "Estates" dort und alles abgeriegelt.

Am Meer entlang geht es weiter nach Norden. Wollten unbedingt das Rocherpan Nature Reserve besuchen, doch das hat wegen dem Nieselregen geschlossen. Haben wir auch noch nie gehört, daß was wetterabhängig geöffnet hat ...

Für das Elandsbay Nature Reserve finden wir keinen Eingang, ist auch nirgends ausgeschildert -  echt nicht unser Tag heute ...

Das Navi spinnt total, man hat den Eindruck, daß das Kartenmaterial uralt ist. Erst nach unserer Reise haben wir erfahren, daß die Kartenversion für das Kap fehlerhaft war. Gut, daß wir noch unsere guten alten Landkarten mit haben ...

Entscheiden uns für die Mautstraße nach Lamberts Bay, die führt direkt entlang der Bahnlinie. Ist zwar eine Piste, aber 30 km kürzer. Wäre sehr schön, wenn das Wetter gut wäre, weiße Dünen und dann eine Lagune mit vielen Wasservögeln, hauptsächlich Pelikane und Flamingos.

Kurz vor Lamberts Bay ein riesiger Menschenauflauf - das berühmte Open Air Restaurant Muisbosskerm. Brechend voll, hier muß man schon ewig vorher reservieren.

Das Raston Guesthouse, wo wir die nächsten 2 Nächte gebucht haben finden wir gleich. Ziemlich in die Jahre gekommen und das Zimmer stinkt nach Zigarettenrauch. Es ist sehr kalt heute, trotz Jacken friert uns ...

Lamberts Bay ist echt ein häßliches Nest! Hierher sind wir nur wegen der Kaptölpelkolonie gekommen - und zu der gehen wir zu Fuß gleich mal los.

23.09. Bird Island die erste

Bird Island mit der Kaptölpel-Kolonie liegt am Hafen, der ist hier dank Fischfabrik auch nicht gerade eine Augenweide.

Wenigstens das Wetter ist uns hold - es kommt sogar mal kurz die Sonne raus! Wir hatten Bird Island erst für morgen geplant, aber wozu haben wir denn unsere Wildcard, damit können wir unbegrenzt in alle Nationalparks ...

Die Kaptölpel sind wirklich da - eigenlich sollten sie ja erst im Oktober/November kommen. 16.000 Vögel soll es hier geben - der Ammoniak-Gestank empfängt uns schon auf der Betonbrücke zur Insel - nichts für schwache Geruchsnerven hier!

Wir haben großes Glück, denn die Kaptölpel sind heuer zum ersten Mal über den Winter gar nicht weggeflogen - muß wohl an der Klimaveränderung liegen.

Da ist viel los bei der Kolonie - ein ständiges Starten und Landen. Im Beobachtungs-Hide hängen Tafeln, auf denen die verschiedenen Verhaltensweisen der Vögel dargestellt werden. Hauptsächlich sind diese der Fortpflanzung gewidmet, sieht aber recht spektakulär aus, wie sie ihre Schnäbel wetzen, sich gegenseitig in den Nacken beißen usw. Was sie mit dem "skypointing" bezwecken ist schwer zu durchschauen. Sie recken ihre Schnäbel kerzengerade in die Luft, vielleicht um die Startabsicht bekanntzugeben ?

Wir beobachten die Tiere eine ganze Weile, geben aber auf wegen dem fürchterlichen Gestank. Vielleicht weht der Wind ja morgen günstiger ?

Außer den Kaptölpeln gibt es auch noch eine Kolonie Seebären, doch die sind ziemlich weit weg und durch den Trubel der Kaptölpel kaum zu sehen.

Das Restaurant Isabellas gleich beim Eingang zum Bird Island ist heute voll, ist ja auch Sonntag. Bekommen gerade noch einen Platz draußen, das Essen ist preiswert und sehr gut.

Es ist schon wieder ziemlich kalt, ein heißes Bad noch und schon ist wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende ...

24.09. Strandspaziergang in Lamberts Bay

Frühstück gibts wieder um 8 Uhr - ist ganz gut. Leider ist es wieder total bewölkt. Haben beschlossen, heute nach Clanwilliam rüberzufahren, vielleicht wird das Wetter ja in der Zwischenzeit etwas besser. Nachdem wir gegen 15 Uhr wieder zurück sind, machen wir noch einen Spaziergang am Strand nördlich von Lamberts Bay. Sehr schön hier mit den weißen Sanddünen.

24.09. Bird Island die zweite

Dann gehts wieder zum Hafen - wir wollen nochmal Bird Island besuchen. Heute haben wir Glück, der Wind ist günstig und der Gestank kaum vorhanden. Natürlich machen die Vögel wieder einen irren Radau, aber das ist kein Wunder bei der Menge Tiere auf einem Fleck.

Wir beobachten die Vögel eine ganze Weile und genießen das Spektakel, das sie veranstalten. 2005 waren die Tölpel nach einem Massaker von Seebären, bei denen an die 200 Vögel starben, nicht mehr gekommen. Man hatte dann Attrappen aufgestellt und die Vögel kamen wirklich wieder zurück.

Bird Island ist die einzige Kaptölpelkolonie der Welt, die man zu Fuß erreichen kann. Wir wollten diese wunderschönen Vögel schon immer mal ganz aus der Nähe sehen.

Mit einer Körperlänge von annähernd einem Meter und einer Flügelspannweite von über 1,7 Meter sind Kaptölpel schon sehr beeindruckend. Sie leben auf einem sehr begrenzten Gebiet an der Küste Südafrikas und Namibias.

Um 16 Uhr gehen wir zu Isabellas auf einen Drink, anschließend fahren wir nochmals zum Strand im Norden, um etwas spazierenzugehen.

Dann zurück zu Isabellas, wir wollen noch eine Kleinigkeit essen. Doch der Salat Isabella und das Garnelenkörbchen sind riesige Portionen ...

Da muß noch ein bißchen Bewegung her, so gehen wir noch eine Runde in der Nähe des Guesthouses.