Tulbagh bis Oudtshoorn  -  26.-27.09.2012

26.09. Von Tulbagh nach Oudtshoorn 

Frühstück wie üblich um 8 Uhr. Das ist aber schon alles, was es mit den bisherigen Morgenmahlzeiten gemeinsam hat ...
Denn hier wird es im historischen Kaphäuschen mit Porzellanservice, Silberbesteck und historischer Musik serviert - ein Erlebnis!

Leider ist es über Nacht wieder total wolkig geworden, es ist auch nicht gerade warm als wir um 8.40 Uhr losfahren.

Immer dem Navi nach geht es nun Richtung Osten nach Oudtshoorn. Doch wir haben wieder Glück, gegen 9.30 Uhr lockert es zunehmend auf und schon leuchtet alles wieder in voller Pracht.

Auf der N1 über die N60 auf die N62 geht es bis Montagu. Dort ist es wieder wunderbar sonnig. Passieren noch ein altes, englisches Fort, halten uns aber nicht lange auf. Unterwegs nach Ladismith immer wieder wunderschöne Fotomotive mit der Blütenpracht vor den Bergen. In Ladismith tanken wir voll, auch hier steht alles in voller Blüte.

Weiter Richtung Oudshoorn merken wir, daß es weiter südlich sicher nicht so schön ist wie hier. Auf den Bergen hängen die Wolkendecken wie ein Wasserfall, ein toller Anblick mit der Blütenpracht davor. Wir hoffen, daß die Berge zumindest heute noch die Wolken aufhalten können.

20 km vor Oudshoorn dann die ersten Straußenherden - willkommen in der Straußenhauptstadt Südafrikas!

Um ca. 15 Uhr erreichen wir das NA Smit Holiday Resort in Oudshoorn. Wir haben Chalet 11, ziemlich nah an der Straße. Aber es ist ruhig hier, nur ein älteres südafrikanisches Ehepaar nebenan, das mit einer Flasche Wein auf der Terrasse sitzt.

Fahren gleich in die Stadt zum Einkaufen, unsere Vorräte neigen sich dem Ende zu ...

Also wir wieder zurück sind, ist es vorbei mit der Ruhe hier. Zwei grosse Busse mit farbigen Schulkindern, darunter viele behindert, sind eingetroffen und alles ist voll geworden. Nebenan wird traditionell aufrikanisch mit Bomakessel auf offenem Feuer gekocht. Wir besuchen die Leute kurz und sehen uns an, was die da so zusammenbrauen - viel Gemüse und Fleisch, dazu eine Menge Gewürze. Sind aber nicht recht freundlich und aufgeschlossen, haben wohl nicht besonders gute Erfahrungen mit Weißen gemacht bisher ...

Das Chalet ist zwar recht geräumig und gut ausgestattet, aber schon sehr abgewohnt.  Zum Abendessen gibts fertig gekauftes Hühnchen mit Salaten auf der Terrasse, mal wieder was fürs "low budget".
Dabei marschieren alle 2 Minuten die Kinder vorbei und bestaunen uns - na ja, Kinder halt :-) Die weißen Südafrikaner nebenan haben sich längst zurückgezogen und die Schoten dicht gemacht - das vielgepriesene gemeinsame Nebeneinander von Weiß und Schwarz sind halt oft nur leere Worte hier in Afrika.

Haben heute mal wieder TV - der Wetterbericht für die nächsten Tage sagt nichts Gutes, eine riesige Regenfront zieht übers Land ...

27.09. Über den Swartbergpass nach Prince Albert und zurück

Werden schon um 6.40 Uhr wach, draußen ist doch tatsächlich blauer Himmel!

Wir beschließen, das auszunutzen und fahren schon um 7.20 Uhr los hinauf auf den Swartberg-Paß. Dort sind zwar schon aus der Ferne riesige Wolkengebilde zu erkennen, doch besser wirds wahrscheinlich heute ohnehin nicht mehr.

Auf der Fahrt zur Paßstraße haben wir wieder mal Riesenglück ... Nach einer unübersichtlichen Kurve plötzlich eine Kuhherde, die wie wild auf uns zustürmt - und dazu ein Pickup der entgegenkommt! Ich mach einfach nur die Augen zu, doch Franky reagiert wieder mal bravourös und wir kommen irgendwie durch ohne daß irgendwer Schaden nimmt. Weiß gar nicht, wie sich das ausgegangen ist, einfach auch Glück gehabt!

Die Paßstraße auf 1586 m hinauf soll ja eine der aufregendsten der Welt sein.
Na ja, als Österreicher sind wir aber mit aufregenden Paßstraßen schon ein bißchen verwöhnt :-)

Wenn man aber liest, daß diese 27 Kilometer lange Piste vom Baumeister Thomas Bain in nur 5 Jahren (1881-1886) mit 240 Sträflingen erbaut wurde, ist das fast unglaublich. 40.000 Rand standen ihm für den Bau zur Verfügung, verbraucht hat er aber nur 29.000 Rand - technische Hilfsmittel gab es damals fast keine. Die Steine wurden großteils mit Feuer heißgemacht und mit kaltem Wasser "gesprengt".

Die Strecke ist nicht besonders anspruchsvoll, natürlich ist so bald in der Früh aber auch noch kein Verkehr.

Treffen auf 2 Klippspringer, die direkt neben der Straße an den Felsen herumhüpfen. Die sind sogar so nett und bleiben kurz für ein Foto stehen :-)

Das Wetter ist sehr wechselhaft, mal nebelig, mal kommt sogar die Sonne durch. Nach vielen Fotostopps erreichen wir nach ca. 2 Stunden das kleine Städtchen Prince Albert. Hier ist es wieder sonnig und warm - es ist sehr gepflegt hier und es gibt unzählige Bed&Breakfasts und kleine Geschäfte. Ein recht nettes Örtchen ...

Dann gehts wieder zurück. Jetzt machen wir auch Halt beim spektakulärsten Teil der Strecke, der Schlucht gleich am Beginn der Paßstraße. Hier blühen gerade die Agaven, ein herrlicher Anblick!

Unterwegs beginnt es dann doch noch zu regnen, gut daß wir schon so früh weggefahren sind ... Es ist jetzt auch beträchtlich mehr Verkehr, da muß man schon aufpassen an den engen Stellen.

Um 12.20 Uhr sind wir wieder zurück und fahren zur Cango Wildlife Ranch. Wollte eigentlich mal einen Tiger streicheln, doch das gibts heute nicht. Den Park selbst hatten wir vor Jahren schon gesehen, ist uns den teuren Eintritt nicht wert, nochmals reinzugehen.

Also fahren wir zurück in die Stadt. Laut diversen Berichten soll es hier eines der 10 besten Restaurants Südafrikas geben - Jeminas heißt es. Wir beschließen, dort "auf einen Strauß" einzukehren. Die Auswahl an Speisen ist recht klein, vielleicht ist ja auch die Diner-Karte umfangreicher.
Das Straußen-Steak ist für den stolzen Preis nicht aufregend, der Straußenburger sehr gut. Sind wohl von unserer guten österreichischen Küche zu verwöhnt ...

Nach einem kurzen Abstecher ins Resort fahren wir am Nachmittag wieder los - wir wollen natürlich Strauße sehen!

27.09. Straußenfarmen rund um Oudtshoorn

Ein paar Kilometer vor der Stadt gibts die Show-Straußenfarmen. Schon unterwegs dorthin kommen wir an Weiden mit Straußenherden vorbei. Ist immer wieder witzig mit diesen Tieren - kaum bleibt man stehen und geht an den Zaun, kommen sie auch schon angelaufen. Und im Nu stehen sie alle da, bis aufs allerletzte Tier ...

Es ist nicht viel los um diese Zeit, nur die Safari-Ostrich-Farm hat überhaupt geöffnet. Waren hier vor Jahren schon mal, da waren die Leute in Scharen hier. Heute sind nur ein paar PKWs da, da machen wir halt mal so eine Führung, wenn schon nicht viel los ist.

Hätten fast den Guide für uns allein gehabt, doch in letzter Minute kommt noch eine südafrikanische Familie dazu. Wird halt eine englischsprachige Führung, manche Infos bekommen wir sogar in einem ganz annehmbaren Deutsch.

Nach einer kurzen Diashow über die Geschichte der Farm und Infos zu den Straußen gehts hinaus zu den Gehegen.

Am lustigsten fand ich die Information, daß eines der Augen eines Straußes 60 g wiegt, ihr Gehirn dagegen nur 40 g :-) Daher sehen die Tiere auch tagsüber 3,5 km weit, nachts sogar noch 500 Meter.

In den Gehegen dürfen wir auf Straußeneiern stehen, die halten das Gewicht eines Menschen locker aus (bis zu 120 kg Belastbarkeit!). Neben Straußenküken gibts hier auch die verschiedensten Arten, wie den blaubeinigen Zimbabwe-Strauß, der bis zu 2,7 m hoch wird und den kleinen Kenia-Strauß, dessen Fleisch ungenießbar ist.

Höhepunkt ist das Straußenreiten (nur bis 70 kg Körpergewicht). Traut sich aber keiner aus unserer Gruppe drüber, auch die Kinder nicht ... Wir begnügen uns mit Streicheln, das sind unglaubliche Kuscheltiere, richtig weich am Hals. Und auch wenns am Foto so aussieht, wir haben die Tiere nur gestreichelt, nicht gewürgt  :-)

Zum Abschluß gibts dann noch das Wettrennen zwischen Lucy und Ferrari, letzterer gewinnt, was sonst ...

Insgesamt recht nett die Führung - sind froh, uns dafür entschieden zu haben.

Dann gehts zurück in die Stadt. Am Rückweg sammle ich noch unzählige Straußenfedern direkt neben der Straße ein - leider gibts hauptsächlich die kleinen, braunen, nicht die großen, schwarzen.

Noch ein Shoppingbummel in der Einkaufsstraße der Stadt, ein paar Straußensouvenirs müssen auch wieder mit :-)

Um 17.30 Uhr sind wir zurück im Chalet. Die Gruppe Schulkinder ist auch noch da, heute geht es aber zum Glück bedeutend ruhiger zu.