USA-Kanada-Hawaii - 03.-29.10.2013

04.10. Seattle - Anacortes

Seattle Kerry Park

Der erste Anrufer läßt uns zum Glück bis 7.30 Uhr schlafen - diesmal haben wir die Arbeit in den Urlaub mitbringen müssen und Handy und Notebook sind daher immer dabei :-)

Das Frühstück ist eine angenehme Überraschung. In dieser Richtung hat sich in den letzten 10 Jahren viel getan in den USA. Vom "Abwaschwasserkaffee" und staubtrockenen Muffin hat man sich  mittlerweile bis zu Toast, Eier, Würstchen, Früchte, Joghurt und frischen Waffeln gesteigert. Nur das Plastik ist noch allgegenwärtig - vom Teller, Becher bis zum Besteck - wird sich wohl so schnell nicht ändern diese Wegwerfmentalität hier. Zum Thema Nachhaltigkeit müssen die Amerikaner von uns Europäern noch viel lernen ;-)

Aber auch wir lernen heute wieder dazu - will man nach Österreich telefonieren, muß man 01143 vorwählen ...

Bevor wir Seattle verlassen, fahren wir noch hinauf zum Aussichtspunkt Kerry Park. Die beste Zeit für den Blick über die Stadt wäre der Nachmittag - doch die Silhouette mit der Space Needle im Gegenlicht und Morgennebel hat auch was an sich ...

Hier oben ist es schon wieder sonnig und wir brauchen noch nicht mal eine Jacke. Was will man mehr im Oktober ?

Wir spazieren ein Stück Richtung Westen zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Puget Sound - echt schön hier oben. Die Häuser sehr gepflegt, da könnte man es aushalten ...

Dann fahren wir raus aus der Stadt. Mit dem mitgebrachten Kartenmaterial geht die Navigation ganz gut, erst auf die Route 99, dann weiter auf die I5 nach Norden.

Nachdem das Wetter immer noch ausgezeichnet ist, beschließen wir, die Route über Whidbey Island zu fahren. Wir fahren raus nach Mukilteo und von dort mit der Fähre auf die Insel. Wir haben Glück und warten gar nicht lang, die Fähre ist ein riesiges, 2stöckiges Ungetüm ...

Mit der Fähre auf Whidbey Island

Schnell sind wir auf der Insel und weiter gehts zum malerischen Ort Langley, der nur ein paar Meilen vom Fähranleger entfernt ist. Es ist 12.30 Uhr, perfekte Zeit für ein Mittagessen. Im herbstlich dekorierten Garten des Usefull Cafe essen wir ein ausgezeichnetes Sandwich, dazu selbstgemachte Zitronenlimonade - was will man mehr von Urlaub ?

Wir machen noch einen Spaziergang - das 1000-Einwohner-Städtchen ist nett und steht ganz im Zeichen des Tourismus, Souvenirläden wohin man schaut. Wenn das so weiter geht, sind unsere Koffer bald voll :-)

Die Straßen sind herbstlich mit Maisdekorationen geschmückt - zu diesem Zeitpunkt denken wir noch gar nicht dran, daß bald Thanksgiving vor der Tür steht ...

Man merkt dem Ort an, daß hier wohlhabende Leute leben, unter anderem ja auch eine meiner Lieblingsautorinnen Elizabeth George. Whidbey Island wurde nach Joseph Whidbey benannt, Führer der ersten Gruppe Europäer, welche die Deception Pass Passage durchfuhren.

Gestärkt fahren wir weiter durch die Insel Richtung Norden bis zum Deception Pass State Park. Dieser ist mit mehr als 2 Mio. Besuchern jährlich der meistbesuchte State Park im US-Bundesstaat Washington.
Wir fahren eine Runde durch den Park, zum Glück haben die lokalen State Parks ja geöffnet während des shutdown, die Kassen sind allerdings unbesetzt - was für ein Pech für uns!

Recht malerisch ist es am Cranberry Lake, auch an der bekannten Deception Pass Bridge halten wir kurz. Die wurde 1935 fertiggestellt und verbindet Whidbey Island mit Fidalgo Island. Hier könnte man überall recht schöne Wanderungen machen, dafür fehlt uns heute allerdings die Zeit.

Cranberry Lake, Deception Pass State Park

Über die Brücke geht es von Whidbey Island zurück aufs Festland, auf die Halbinsel Fidalgo Island mit ihrem Hauptort Anacortes.

Hier hatten wir auch ein Motel vorgebucht, das Islands Inn. Wir hatten ein Internet-Special (Kaminzimmer mit Abendessen) genommen. Nach einer Runde in der "Stadt" (die übliche Hauptstraße mit Restaurants und Geschäften) stornieren wir aber die Halbpension, das Angebot an Restaurants ist groß und heute ist "Oktoberfest". Schließlich gibt es hier ja auch eine Brauerei, aber das amerikanische Bier ist nicht so unser Ding - als Österreicher sind wir da wohl verwöhnt mit Reinheitsgebot & Co :-)

Und den Kaminofen werden wir wohl auch nicht brauchen, wenn das Wetter morgen auch so bleibt ...

Wir haben noch etwas Zeit bis Sonnenuntergang und fahren in den Washington Park nahe der Stadt. Hier gibts eine recht romantische Loopstraße mit flechtenbewachsenem Urwald und wir sind fast allein unterwegs.

Auf eine Bank an einem Aussichtsplatz genießen wir den Sonnenuntergang und am Rückweg sehen wir sogar noch ein paar Rehe grasen.

Anacortes - Washington Park

05.10. Anacortes, Whalewatching-Tour

Whalewatching Tour Anacortes

Stehen spät auf heute, erst um 10 Uhr müssen wir beim CheckIn zur Whalewatching-Tour sein. Das Frühstück ist für amerikanische Verhältnisse ganz ok, es gibt sogar selbstgebackenes Brot.

Wir haben schon wieder Glück, nur ein paar Wolken sind am Himmel - hoffentlich hält das gute Wetter bis zum Nachmittag ...

Machen noch einen Spaziergang durch die "Altstadt", ein paar ganz nett hergerichtete alte Häuser mit pittoresken Schaufenstern. Die Stadt wurde ja erst 1877 gegründet, für europäische Verhältnisse ist sie also eher jung.

Beim CheckIn im Souvenirshop von Island Adventures bekommen wir eine Anfahrtsbeschreibung zum Hafen und ein Parkticket. Das Ticket für die Tour hatten wir schon vor Monaten über Internet gebucht. Um 10.20 Uhr gehen wir an Bord der "Island Explorer", ein recht großes Schiff. Bis 11 Uhr wird es ziemlich voll, kein Wunder bei dem schönen Tag heute.

Nicht nur das Wetter ist uns gewogen, sondern auch beim Wale suchen haben wir Glück! Erst ein Minkwal ("Stinky-Minky" wird er liebevoll genannt), dann 4 Gruppen Orcas und zuletzt noch 3 Humpback-Wale. Dazu wellenreitende Delfine und Seelöwen auf einer kleinen Insel.

Whalewatchingtour

"You are so lucky" und "what a day", heißt es immer wieder vom Kapitän. Denn trotz "Walgarantie" des Veranstalters sieht man offenbar nicht jedesmal so viele Wale.

Vor allem die Orcas bieten uns ein einmaliges Spektakel. Wir haben einen guten Abstand, die kommerziellen Touren dürfen offenbar auch nicht näher ranfahren und das ist gut so. Ganz anders die vielen privaten Boote - da hält man manchmal fast den Atem an, so knapp sind die an den großen Tieren dran. Den besten Blick auf die Tiere hätte man diesmal wohl sogar von der Küste auf San Juan Island gehabt, zwei Gruppen ziehen echt nur ein paar Meter von der Steilküste entfernt dahin.

Whalewatchingtour

Wir fahren eine große Runde zwischen unzähligen Inselchen, auch auf kanadischem Gebiet. Es ist ziemlich viel los, vor allem viele kleine Boote sind unterwegs. Auf der Karte lassen wir uns von der freundlichen Tour-Begleiterin später die Route und die Sichtungen einzeichnen. Wir hatten 4 verschiedene Orca-Gruppen gesichtet, alle 4 waren sogenannte "Transients", d.h. durchziehende Gruppen, die nicht in diesem Gebiet heimisch sind. Die Spezialisten an Bord können die Schwertwale anhand ihrer Rückenflossen und Sattelflecke identifizieren, wird uns erzählt.

Route Whalewatchingtour

Erst um 17 Uhr sind wir zurück am Hafen, mittlerweile ist es schon ziemlich kalt geworden am Schiff. Wir haben ja schließlich schon Oktober - trotz Sonnenschein  ...
Wir sind glücklich - die 93 $ pP für einen ganzen Tag Whalewatching haben sich voll gelohnt!

Zum Abschluß des schönen Tages gehen wir noch ins Griechische Restaurant essen. Nach dem Fastfood der letzten 2 Tage freuen wir uns besonders über den Griechischen Salat :-)