USA-Kanada-Hawaii - 03.-29.10.2013

23.10. Big Island  - Helicopterflug, Inselrundfahrt

Flug über den aktiven Vulcan

Der Tag beginnt mit Sonnenschein - wir hatten gestern schon befürchtet, unser Hubschrauberflug könnte "ins Wasser fallen"!

Wir werden immer noch früh wach und fahren gleich nach Hilo - haben ohnehin kein Frühstück hier und so können wir uns unterwegs noch was besorgen.

Am Hwy11 gibt es einen großen Supermarkt mit einer guten Auswahl an fertigen Gerichten. Wie überall auf Hawaii auch hier viele asiatische Köstlichkeiten. Dazu Obst und endlich Bier aus Hawaii. Horrend teuer alles - da wird gesund leben zum Luxus.

Wir sind etwas zu früh am Commuter Terminal, gleich links vor dem Flughafen. Es ist eine aufwändige Prozedur, vom Formulare ausfüllen, wiegen, über die Belehrung zum Verhalten im Unglücksfall. Außer uns sind noch zwei andere Pärchen da, eins aus Kanada, eins aus den USA. Wir können erst gar nicht glauben, daß 7 Personen in dem kleinen Heli Platz haben, aber es ist gar nicht mal so eng wie befürchtet - 3 sitzen vorne, 4 hinten, darunter wir.

Flug über den Vulkan

Für uns ist der Flug eine Premiere, unser erster Heli-Flug und wir sind gleich begeistert!

Wir hatten den Flug 2 Wochen vor unserem Abflug über Internet gebucht - natürlich wieder mal ein Online-Special. Die 1stündige Deluxe-Tour gabs zum Preis der normalen, pro Person um umgerechnet ca. 130 Euro. Das ist für europäische Verhältnisse fast ein Geschenk - und dann an so einem besonderen Ort!

Der Pilot ist aus Alaska hierher ausgewandert, erzählt er uns. Dort könne jeder fliegen, weil es ja keine Straßen gibt und man wächst praktisch mit Flugzeugen auf, meint er auch noch :-)

Und er macht seine Sache auch sehr gut, wir fliegen die ganze Zeit sehr schräg. Abwechselnd natürlich, damit man auch von jeder Seite eine guten Blick auf die Lavafelder hat. Wir fliegen über dem Pu'u O'o Lavafeld, das ganz in der Nähe von Hilo liegt. Das ist das einzige noch einigermaßen aktive Gebiet und es liegt zum Glück außerhalb des Nationalparks. Über diesen darf offenbar nicht geflogen werden. Ist auch gut so, denn es gibt natürlich jede Menge Flugtourismus hier.

Flug über das Pu'u O'o Lavafeld

Ein fantastischer Anblick dieses gigantische Lavafeld. Dort und da sieht man noch glühende Stellen und immer wieder ein paar brennende Bäume. Zwischendrin sind noch die Straßen und sogar ein paar Häuser zu sehen, die bei den Ausbrüchen 1983 - 2007 übrig geblieben sind.

Die Vulkane waren ja auch der Hauptgrund, warum wir die Reise nach Hawaii gemacht haben, Strände gibt es anderswo viel näher auch ...

Wir waren schon von den Lavafeldern begeistert, die wir auf unserer USA Reise 2009 besucht hatten (Craters of the Moon, Belknap, ...), doch das hier ist nochmal eine ganz andere Welt!

Viel zu schnell haben wir unsere Runden gezogen und fliegen zurück Richtung Hilo. Am Weg dorthin fliegen wir noch ein paar Schleifen über dem Wailuku River Statepark mit seinen schönen Wasserfällen und dann gehts noch ein Stückchen die Küste hinauf.
Nach gut einer Stunde sind wir wieder da, das war ein absoluter Höhepunkt dieser Reise!

Es ist erst Mittag und wir fahren gleich los zu einer Runde in den Norden der Insel. Fantastisch schön der Pepe'ekeo Scenic Loop durch den Regenwald.

Pepe'ekeo Scenic Loop

Bei den Akaka-Falls machen wir einen gemütlichen Spaziergang zu den Fällen und anschließend gibt es am Picknickplatz beim Parkplatz das mitgebrachte Mittagessen - Reisgerichte und Obst.
Im kleinen Ort Honomu bei den Fällen kaufen wir uns noch ein Eis und schon geht es weiter.

Akaka Falls

Je weiter wir nach Norden kommen, desto karger wird die Landschaft. Kaum zu glauben, daß das die gleiche Insel sein soll ...
Es ist hier auch ziemlich stark bewölkt - wie die anderen Inseln auch hat auch Big Island verschiedenen Klimazonen, sonnige und regenreiche Gebiete.

Ganz oben im Norden ist es landschaftlich nicht aufregend und wir halten uns auch gar nicht lange auf.

Zurück fahren wir durchs Landesinnere auf der Saddle Road, Hwy. 200 über die Mauna Loa Lavafelder. Welch Kontrast zur tropischen Üppigkeit am der südlichen Küste - aber wir sind einfach von Wüsten jeglicher Art fasziniert, sei es aus Lava, Stein oder Sand ...

Mauna Loa Lavafeld

Die Straße ist ganz neu, sehr gut zu befahren. Von hier gibt es auch eine Route hinauf zum Mauna Loa Observatorium - die Mauna Loa Observatory Road. Wir fahren ein paar Meilen auf einer sehr gut ausgebauten Serpentinen-Asphaltstraße hinauf, landschaftlich wunderschön hier. Dann kommen wir zum Visitor-Center - hier soll man sich über die Straßenverhältnisse informieren.

Das machen wir und erfahren, daß die Weiterfahrt nur mit Allradfahrzeugen erlaubt ist - na das wäre doch einen Hinweis in unserem Reiseführer wert gewesen, meinen wir :-(
Auf der Rückseite des Visitor-Centers gibt es einen kurzen Rundweg, einer sehr seltenen Pflanze gewidmet, die man hier wieder versucht zu kultivieren.

Das Silberschwert kommt eigentlich nur auf Maui vor, überwiegend am Haleakala-Krater. Die Pflanze blüht nach vielen Jahren Wachstum (bis zu 20 Jahre!) nur einmal und stirbt dann ab - ein blühendes Exemplar kann hier am Rundweg bewundert werden.

Beim Rückweg auf der Serpentinenstraße zur Saddle Road machen wir noch einen Stopp wegen der unzähligen Pflanzen, , die hier im Moment blühen.

Mauna Loa Observatory Road

Nach einer kleinen Irrfahrt durch Hilo (wir haben leider kein besonders gutes Kartenmaterial) finden wir doch noch auf den Hwy11. Bis wir zurück beim Guesthouse sind, ist es schon wieder dunkel. Total romantisch unser Zimmer zwischen den riesigen Farnbäumen! Sogar einen Whirlpool gibt es, aber wir haben wieder mal nicht Zeit dafür, es gibt einfach so viel zu sehen hier auf der Insel ...

24.10. Ein Tag im Volcano Nationalpark

Volcano Nationalpark

Heute ist Vulkantag ...

Von unserem Zimmer aus ist es nur eine Meile bis zum Eingang in den Volcano Nationalpark. In der Nacht hatte es wieder geregnet und wir sind froh, daß in der Früh wieder die Sonne scheint!

Wir verbringen den Tag im Nationalpark. Es gibt hier unglaublich viel zu sehen. Leider ist ja ein großer Teil des Crater Rim Drives gesperrt, auf der Straße wächst schon Gestrüpp, muß also schon eine ganze Weile lang so sein. Daran sieht man wieder mal, wie veraltet die Reiseführer sind, da war keine Rede davon - irgendwie eine Frechheit, wo die Bücher doch wirklich nicht billig sind ...

Wir fahren auf dem Rim Drive bis zum Halemaumau-Krater, der kräftig raucht. Der Lavasee, der sich im Krater befindet, ist seit einem kleinen Ausbruch 2008 wieder aktiv - wahrscheinlich ist seit damals auch der Rim-Drive gesperrt.

Wir hatten natürlich auch insgeheim gehofft, daß es einen spektakulären Ausbruch gibt während unseres Aufenthalts - hatte es doch seit 2008 dutzende kleinere Explosionen gegeben. Aber es sollte halt nicht sein ...

So fahren wir den Rim Drive wieder zurück und hinunter zum Keanakako'i Krater und  zur Thurston Lava Tube (Nahuku). Durch diese kann man durchgehen, durch die gut platzierte Beleuchtung wirkt sie sehr spektakulär.

Thurston Lava Tube

Nächster Zwischenstopp am Pauahi Krater, der zuletzt 1973 und 1979 ausgebrochen ist. Am Maunaiki Trail machen wir eine kurze Wanderung.

Und schon gehts weiter zur Chain of Craters Road, die als Stichstraße nach Süden bis hinunter an die Küste führt. Toll der Ausblick auf die riesigen Lavafelder schon auf der Fahrt hinunter. Hier kann man gut sehen, wie die Insel durch die Vulkanausbrüche immer weiter wächst. Das Lavafeld stammt vom Ausbruch des Pu'u O'o 1983. Besonders sehenswert der Holei Sea Arch (ein Lavabogen im Meer, der wohl eine sehr begrenzte Lebensdauer hat) und dann "End of the Road".

Wir haben Glück, im Moment sind wir die einzigen hier und spazieren vom Parkplatz die Straße entlang bis zu deren abrupten Ende. Das ist schon ein sensationeller Anblick, finden wir ...

"End of the Road"

Witzig ist das "Road closed" Schild, das mitten am Lavafeld aus den Lavaströmen ragt. Na wenn das nicht endgültig ist :-)

Wir wandern am Lavafeld herum - es ist irre heiß hier in der Mittagshitze! Am Parkplatz hat mittlerweile der Erfrischungsstand geöffnet, ein kühler Drink kommt jetzt gerade recht ...

Zurück am Crater Rim Drive machen wir noch einen Spaziergang über das Mauna Ulu Lavafeld. Hier kann man recht gut die Dampflöcher und Spalten bewundern, die eine Wanderung über den Vulkan zu etwas Besonderem machen.

Mauna Ulu Lavafeld

Anschließend fahren wir hinauf zum Kipuka Puaulu. Eine Kipuka ist ein Gebiet, das vom Lavastrom verschont wurde. Hier sind wir wieder ganz allein auf unserer Runde durch den "Bird Park". Vögel haben wir allerdings kaum gesehen, aber es ist eine recht nette 1-Meilen-Rund-Wanderung durch üppige Vegetation.

Zum Abschluß unseres Nationalparkbesuches ein neuerlicher Besuch am Rim Drive. Nicht ganz eine Meile nach dem Visitor Center befinden sich die Steaming Vents. Aus den Dampflöchern strömt leicht schwefelig riechender Dampf heraus. Das erinnert uns wieder daran, daß wir Yellowstone nicht besuchen durften und wir ärgern uns  ...

Steaming Vents

Und schon ist der Tag wieder fast vorbei! Wir machen noch einen Abstecher ins Volcano Village - eine winzige Tankstelle mit General Store und ein Thai-Restaurant ist das ganze Angebot hier.

Wir essen im Thai-Restaurant zu Abend, ganz gut das Essen. Bis wir zurück am Zimmer sind, ist es schon wieder dunkel und wir haben keine Lust mehr auf den Whirlpool ...

Und schließlich heißt es ja schon wieder mal packen, morgen müssen wir früh raus, wir fliegen ja weiter nach Maui!