Anreise  -  28.02.-01.03.2013

28.02./01.03. Flug ab Linz - Ankunft in Delhi

Ein paar Monate nach unserer Buchung ist dann der Tag der Abreise da. Wir starten schon recht früh in Linz, über Wien gehts dann nach Delhi. Nach dem Disaster beim letzten Flug mit British Airways nach Kapstadt waren wir angenehm überrascht, wie gut diesmal alles funktioniert. Gutes Bordprogramm und auch das Essen ist ganz gut.

Pünktlich gegen 1 Uhr früh landen wir dann in Delhi. Obwohl wir ja schon seitenweise Visumanträge ausgefüllt hatten, müssen wir noch ein Einreiseformular ausfüllen - die Einreise dauert dann auch eine Weile. Dafür ist unser Gepäck schon da und draußen wartet Parvez persönlich. Außer uns ist noch eine Kleingruppe aus Österreich gekommen, die bei ihm gebucht hatte. Wir werden daher von seiner Mitarbeiterin ins Hotel nach Delhi begleitet. Bei der Abfahrt lernen wir auch Pawan kennen, der uns den größten Teil der Reise als Fahrer begleiten sollte.

Die Fahrt in die Stadt dauert um diese Zeit nur eine halbe Stunde, aber sogar mitten in der Nacht ist hier ziemlich viel Verkehr.

Im Hotel "The Moments" ist alles dunkel, der Mann an der Rezeption ist total verschlafen und hat Null Plan ... Doch schließlich bekommen wir doch unser Zimmer, das ist nicht gerade ein Hammer. Es mieft ziemlich, wir müssen unbedingt das Fenster öffnen, um hier schlafen zu können. Doch draußen ist es höllisch laut - Hundegebell, Gehupe und sonstiger Radau. Doch schließlich schlafen wir erschöpft von der langen Reise doch ein ...

01.03. Delhi - Rajpath und India Gate

War nicht gerade eine erholsame Nacht, aber heute soll es ja recht abwechslungsreich werden - da werd ich schon nicht einschlafen ...

Stehen um 8 Uhr auf und gehen zum Frühstück. Das steht unter dem Motto: "Das kann ich doch nicht annehmen (daß das alles ist)!" Frühstück war immer so eine Sache auf dieser Reise, manchmal recht gut, doch meistens für unseren Geschmack nicht viel dabei. Meist entweder englisch ausgerichtet (wir mögen halt einfach keinen Brei oder gar fettige Würste zum Frühstück) oder indisch (scharfe Eintopfgerichte und ähnliches so früh am Morgen müssen wir auch nicht haben) ... Aber Toast gabs fast immer, so müssen wir wenigstens nicht hungern!

Sehen uns noch kurz etwas draußen um, doch ein paar Bettler lauern vor dem Hotel, die sind ziemlich aufdringlich. Ist zum Glück ein einmaliges Erlebnis, wir hatten schon befürchtet, es wäre wie in Ägypten hier ...

Das Hotel hatte im Internet total gut ausgesehen, das mußte wohl auch Parvez gedacht haben, als er das für uns gebucht hatte. Wir hatten ja alle Hotels gecheckt gehabt, um auch einen Vergleich zwischen den Angeboten zu haben. Die Realität war aber wie oft eine andere.

Kurz nach 10 Uhr kommt dann unser Fahrer Pawan mit unserem ersten Guide - diesem sollten noch unzählige weitere folgen. Die Namen der Guides haben wir uns nicht gemerkt, die meisten davon waren ja auch Schlitzohren, manche schon echt unverschämt. Aber das ist meistens so und wir kennen das aus vielen Reisen davor - die wollen halt alle nur unser Bestes - hier in Form von Rupien :-)

Fahren Richtung New Delhi. Unterwegs holen wir das erstemal Geld von einem Bankautomaten. Funktioniert gut, wir nehmen den Höchstbetrag von 10.000 Rupien (umgerechnet 140 Euro). In einem Land, wo die meisten Menschen mehr als einen Monat für diesen Betrag arbeiten müssen, sollten wir ja eine schöne Weile damit auskommen, dachten wir - doch das war ein Irrtum, wie sich schnell herausstellte!

Der Verkehr hier in New Delhi ist höllisch, wir kommen nur sehr langsam voran. Wenn das so weitergeht, werden wir heute wohl die meiste Zeit im Auto verbringen ...

Erste Station ist das Regierungsviertel. Wir fahren erst zum Regierungspalast und dann weiter zum India-Tor. Dort sehen wir uns etwas um, alles recht großzügig angelegt und sehr sauber. Überhaupt sind wir von Delhi angenehm überrascht. Viele Parks und Bäume, kein Smog und recht sauber überall. Kein Vergleich mit anderen asiatischen Städten wie Bangkok oder Peking.

01.03. Delhi - Humayun Mausoleum

Danach stauen wir uns weiter zum Humayun Mausoleum. Dort wird gerade ein Bollywood-Film gedreht. Unser Guide ist ganz begeistert, angeblich ist ein recht berühmter Schauspieleer am Set - wir kennen ihm natürlich nicht ...

Das Mausoleum ist die Grabstätte des zweiten Moguls von Indien Nasiruddin Muhammad Humayun (1508-1556). Das im persischen Stil errichtete Bauwerk zählt zu den prächtigsten historischen Bauwerken Indiens.

Hier machen wir auch das erste Mal Bekanntschaft mit den niedlichen Streifenhörnchen, die wir noch öfter antreffen sollten.

Nach der Besichtigung gehts zum Mittagessen. Da machen wir das erste Mal Bekanntschaft mit der Touristen-Abzocke. Umgerechnet 25 Euro zahlen wir für ein einfaches Mittagessen mit 2 Getränken. Dürfte eigentlich selbst für Touristen nicht mal annähernd die Hälfte kosten - gibts doch gar nicht!! Auf unsere Beschwerde meint der Guide, es wäre alles um ein Vielfaches teurer geworden in Indien. Wie sich dann die Leute hier das Essen leisten können, fragen wir. Die Regierung verteilt jetzt kostenlos Lebensmittel an die Armen, meint der Guide. Der Mann hatte echt auf alles eine Antwort :-( Nun, wir haben daraus gelernt ...

Wir mußten uns übrigens noch nicht mal bei Parvez über diesen Guide beschweren, das hatte sofort unser Fahrer Pawan erledigt, der natürlich auch mitbekam was der Kerl abzog. Aber die Guides werden von den Agenturen "zugebucht" und die können wohl nichts dafür.

01.03. Delhi - Qutb Minar Komplex

Weiter gehts zum wunderschönen Qutb Minar Komplex. Hier gibts die grünen Halsbandsittiche, die recht dekorativ auf den Säulen und Streben sitzen.

Vorherrschend hier ist der fast 73 m hohe Turm aus rotem und hellem Sandstein. Er ist einer der höchsten Turmbauten der islamischen Welt.

Die Anlage ist ein frühes Beispiel indo-islamischer Archtitektur und wir bewundern die vielen Säulen, Deckenkunstwerke und Mausoleen. Für uns eines der schönsten Bauwerke Delhis.

Wir lassen uns erst alles erklären und gehen dann noch allein eine Runde durch den Komplex. Das ist halt der Vorteil eine Individualtour, wenn man sich die Zeit wenigstens ein bißchen selbst einteilen kann. Dafür müssen wir leider auf die vom Guide angebotene Shoppingtour verzichten, was für ein Pech für ihn :-)
Das läßt er uns allerdings kräftig spüren, denn sein Interesse sinkt von da an auf gleich Null, macht aber nix  ...

01.03. Delhi - Rikschatour durch die Altstadt

Quer durch die ganze Stadt quälen wir uns nach Old Delhi. Wir fahren bis ans Red Fort, hier setzt uns unser Guide kurzerhand in zwei Fahrradrikschas und erklärt, wir würden jetzt eine Rundfahrt durch die Altstadt machen - ohne weitere Erläuterungen dazu. Die Tour ist aber echt ein Hammer! Die Fahrt durch die engen Gassen der Bazaare ist ein tolles Erlebnis. Faszinierend die unzähligen Stromkabel, die wild durcheinander hängen und die Affen, die daran herumturnen. Unzählige kleine Geschäfte mit Zierrat, wunderschönen Stoffen und Saris - eine Pracht fürs Auge!

Nach gut einer halben Stunde sind wir wieder zurück am Fort. Die Rikschafahrer bekommen vom Guide jeder 200 Rupien (ca. 2,90 Euro) , wir geben noch 20 Rupien Trinkgeld drauf. Waren auch recht bemüht die beiden Fahrer.

Und schon verabschiedet sich der Guide, eigentlich hatte er gar kein Trinkgeld verdient, aber 100 Rupien geben wir ihm dann doch - wollen ja nicht als Geizhälse dastehen :-) Eigentlich sehen wir ja gar nicht ein, daß man die Leute praktisch extra bezahlt, wo die Agenturen das doch in die Reisepreise einrechnen. Wir haben uns halt danach gerichtet, was sie als Provisionen der Verkaufstouren und Restaurants kassieren. Recht viel gabs dann halt manchmal nicht mehr. Sicher bekommen die von anderen Leuten mehr, sieht man auch an ihren neuen Smartphones :-( 
Wir finden, man tut den nachfolgenden Reisenden nichts Gutes, wenn man unverschämt abgezockt wird und sich dann noch mit einem Batzen Trinkgeld dafür bedankt ...

Nun gehts schon zurück ins Hotel - kurz vor 18 Uhr sind wir wieder da. Wir bekommen noch Besuch von einem Mitarbeiter der Agentur, der uns die Voucher für die Reise vorbeibringt und dem wir den vereinbarten Restbetrag in Euro bezahlen. Ist natürlich viel günstiger als Überweisung oder Kreditkartenzahlung. Wir kritisieren auch das Hotel - für diese Nacht wollen wir nicht mehr umziehen aber die letzten 2 Nächte in Delhi wollen wir hier nicht mehr verbringen.

01.03. Delhi - Sound&Light Show Rotes Fort

Am späteren Abend holt uns Pawan dann noch ab und bringt uns zum Roten Fort. Dort findet die Sound & Light Show statt. Pavan kann etwas Englisch, für unsere Bedürfnisse reicht es. Wir wollen nicht auch noch einen Guide dabeihaben, der uns die ganze Zeit begleitet und so ist ein englischsprechender Fahrer die ideale Lösung.

Vom Parkplatz bis zur Show ist es ein weiter Weg durch die Dunkelheit, schon etwas unheimlich, aber Pawan begleitet uns bis zum Eingang. Er ist sehr um uns besorgt, das sollten wir auch für den Rest der Reise immer wieder merken.

Die Show ist total langweilig, die meisten Leute gehen auch, bevor sie zu Ende ist. Ist zwar ganz nett gemacht mit der abwechselnden Beleuchtung der Gebäude und den Soundeffekten. Aber zu viel historische Erzählung und für die heutigen technischen Möglichkeiten eher dürftig ...

Telefoniere noch mit Parvez auf der Rückfahrt, besprechen die morgige Reise nach Varanasi. Ist schon toll, wenn man sich selbst um gar nichts kümmern muß und trotzdem eine gewisse Freiheit hat. Und das um den Preis einer Pauschalreise ...