Die letzten Tage in Delhi -  22.-24.03.2013

22.03. Vom Jim Corbett NP zurück nach Delhi

Gut 250 Kilometer sind es zurück nach Delhi. Eigentlich ja nicht wirklich weit, aber bei den Straßen hier werden wir wohl wieder 6-7 Stunden dafür brauchen ...

Oft ist die Straße kaum als solche zu erkennen, mal Schlaglöcher, mal Traktoren, die die Straße versperren, weil sie einen irre schweren Anhänger selbst zu zweit nicht aus dem Feld rausbringen - typisch Indien eben!

Und dann natürlich die Bahnübergänge ... Schon diese sind ja ein einmaliges Erlebnis! Sind die Schranken geschlossen, wird auf beiden Seiten bis zum Schranken vorgefahren, dabei bleibt wirklich kein noch so winziger Platz mehr frei ... Gehen die Schranken dann hoch, fährt alles aufeinander los - unglaublich, wie sich in dem Gewimmel ruckzuck wieder alles auflöst ohne daß es furchtbar kracht!

Auch die idyllischen Dörfchen und die Schultransporte können wir wieder betrachten und plötzlich sind wir schon wieder auf der Autobahn. Dort gehts natürlich schneller, obwohl auch hier Vorsicht geboten ist. Denn immer wieder mal kommt ein Ochsengespann oder gar ein LKW entgegen der Fahrtrichtung daher. "This driver is a very crazy man" - wie Pawan so schön sagt ...

Schließlich erreichen wir am späten Nachmittag Delhi und kämpfen uns durch den dichten Verkehr zu unserem Hotel durch. Sind schon sehr gespannt, wo wir untergebracht sind, denn das Moments Hotel von den ersten 2 Nächten wollten wir auf keinen Fall mehr haben. Die Gegend ist nicht sonderlich ansprechend, doch das Hotel ist eine sehr angenehme Überraschung! Die Zimmer im Regent Grand sind ausgezeichnet, die besten auf dieser Reise - und man kann aus der Dusche durch eine Glaswand sogar zum Fernseher schauen :-)

Pawan hat uns von seinem Chef ausrichten lassen, daß wir uns im Hotel-Restaurant um 20 Uhr treffen wollen, wir sind zum Abendessen eingeladen.

So haben wir genug Zeit, ein bißchen auszuspannen und zwischendurch ins Restaurant auf einen Drink vorbeizuschauen.

Beim Abendessen haben wir dann Gelegenheit, Parvez und seine wichtigste Mitarbeiterin noch genauer kennenzulernen. Das Essen ist sehr gut, obwohl es überwiegend sehr scharfe Hühnchengerichte gibt. Uns wäre was Vegetarisches lieber gewesen, doch der allgemeine Touristengeschmack scheint Hühnchen zu sein ...
Interessant ist die Rechnung - für das reichliche Essen für 5 Personen mit Desserts und jeder Menge Getränke werden 2000 Rupien (umger. 28 Euro) bezahlt. Trinkgeld gibts keines, wird ja eh ein Bedienungszuschlag verlangt (so haben es auch wir immer gehalten). So sehen also die Preise aus, die von Einheimischen bezahlt werden, wir hätten hier garantiert mindestens das 3fache bezahlt - aber das ist halt leider in vielen Ländern so ...

Es ist schon ziemlich spät, als wir uns verabschieden. Das ist ein Service, wie er überall sein sollte, denken wir ...

23.03. Delhi - Akshardam Tempel, Lodi Gardens ...

Heute gehen wir es ruhig an, haben uns auch nicht besonders viel vorgenommen ...

Fange schon mal an zu packen und um 9 Uhr gehen wir zum Frühstücken. Hier gibts eine größere Auswahl als bisher, recht angenehm.

Kurz vor 11 Uhr fahren wir los, erste Station ist der Akshardam Tempel. Dieser ist recht neu (ca. 3 Jahre) und eine gigantische Anlage mit irren Sicherheitsvorkehrungen - keine Kameras, keine Handys, Körperscan wie am Flughafen ...

Die Tempelanlage ist wunderschön gestaltet, viel Gold und unzählige Steinmetzarbeiten. Hätten wir nicht schon so viele Tempel gesehen, wären wir wohl motivierter gewesen. Es sind nur indische Touristen da, die sind sichtlich begeistert. Im Shop des Tempels kaufen wir ein paar CDs und Karten, irre wie billig hier alles ist!

Dann gehts weiter zu den Lodi Gärten. Die Anlage ist sehr groß und die Bougainvillen und der Rosengarten stehen in voller Blüte. Hier spazieren wir stundenlang herum, es gibt sogar ein paar historische Gebäude aber wir genießen vor allem die Oase der Ruhe in der lauten Stadt.

Der Sikh-Tempel Gurudwara Bangla Sahib ist eine Enttäuschung. Eine Baustelle, alles überfüllt und man soll barfuß durch ein Desinfektionsbecken gehen, das vor Schmutz starrt. Danke nein, finden wir und drehen nur eine Runde außen herum. Sieht ja ganz nett aus, aber wir haben nun schon echt genug Tempel gesehen ...

Zum Abendessen gehen wir wieder ins Hotel-Restaurant. Natürlich bezahlen wir wie erwartet ein Vielfaches von gestern, doch es schmeckt ausgezeichnet.

24.03. Delhi Buddha-Garden-Park, Shopping

Wollten eigentlich noch ausschlafen vor der langen Rückreise, doch die indischen Gäste im Nebenzimmer schalten tatsächlich um 5.30 Uhr den Fernseher auf volle Lautstärke an ...

Um 9 Uhr gehts zum Frühstück, heute ist eine große französische Reisegruppe da, das erstemal auf dieser Reise treffen wir im Hotel auf ausländische Gruppen ...

Um 11 Uhr holt uns Pawan ab, unsere letzte Fahrt mit ihm heute. Er will uns nicht in die Altstadt fahren, weil es dort angeblich zu unsicher ist. Es hätte fast einen Anschlag gegeben und er hat kein gutes Gefühl, wenn wir dort allein rumlaufen. Wir wollen ihm das dann auch nicht antun und verzichten schweren Herzens, wir hatten uns die Altstadt für zuletzt aufgehoben. Stattdessen fährt er uns in eines der Mega-Shoppingcenter am Stadtrand, gleich in der Nähe des Flughafens.

Vorher machen wir aber noch eine ausgiebige Wanderung in dem riesigen Buddha-Garden-Park, ein 7 km langer, sehr alter Stadtpark. Auch hier wieder alles in voller Blüte, wir genießen das letzte Mal die Wärme und die Blütenpracht, bevor wir wieder ins winterliche Österreich zurückfliegen müssen ...

Die Ambience-Mall ist wie alle anderen dieser Art auch. Unzählige Marken-Geschäfte, in denen wir ohnehin nie was kaufen würden. Wenigstens gibt es einen indischen Supermarkt und ein paar normale Geschäfte, darunter auch ein kleines Lebensmittel-Spezialgeschäft und einen Buchladen mit Musikabteilung.

Um 19 Uhr haben wir genug vom Bummeln, Pawan wartet draußen schon auf uns.

24.03. Rückflug und Resumee ...

Sind recht schnell am Flughafen und dann verabschieden uns von Pawan. Wir waren sehr zufrieden mit ihm und versprechen ihm, ein paar Fotos zu schicken. Er freut sich natürlich sehr über unser großzügiges Trinkgeld, er hat es sich ja auch wirklich verdient :-)

Dann beginnt die endlose Warterei. Unser Rückflug startet erst um 2.25 Uhr, zum Glück können wir aber wenigstens schon um 22.30 Uhr einchecken und können die Zeit im Duty-Free-Bereich totschlagen.

Wir starten pünktlich und alles verläuft problemlos. Anzumerken ist noch, daß hauptsächlich indische Gäste an Bord sind und der Flieger nach der Landung wie eine Mülldeponie aussieht - jeder hat offenbar alles auf den Boden geworfen, noch nie gesehen sowas ...

Vor der Reise hatten uns viele Leute gesagt: "Entweder ihr werdet Indien nach der Reise lieben oder ihr werdet es hassen". Nun, wir können uns bis heute nicht für eins davon entscheiden und wählen wohl eher den Mittelweg ...

Ein paar Kleinigkeiten hätten wir wohl anders geplant, hätten wir es vorher besser gewußt - die Reiseorganisation der indischen Agentur allerdings war hervorragend.
Wir hätten uns vielleicht von Anfang an besser gegen die Guides durchsetzen müssen und das Programm mehr nach unseren Wünschen gestalten können, doch prinzipiell war es ok.

Was würden wir besser machen:

- wir würden eine bessere Hotelkategorie buchen

- drauf achten, daß die Hotels zentraler gelegen sind

- Achtung bei den Zugtickets, damit auch die Sitznummern draufstehen
   es gibt sonst immer Verwirrung

- zusätzliche Safaris in den Nationalparks, die waren schon ziemlich kurz ...

- Elefantensafari im Jim Corbett NP direkt, nicht außerhalb

- Übernachtungen in Rishikesh, statt Haridwar. Das Hotelangebot ist dort
   vielleicht besser.

Werden wir nochmal nach Indien zurückkehren? Nun, wir wissen es nicht - im Moment haben wir allerdings von Asien wieder mal für längere Zeit genug. Für unseren Geschmack gibts dort einfach viel zu viele Menschen und viel zu wenig intakte Natur. Unsere nächsten Reisen in den Westen der USA und wieder mal ins südliche Afrika sind schon geplant und gebucht. Leider muß man heute ja schon mindestens ein Jahr im Voraus buchen, um noch halbwegs günstige Angebote zu bekommen ...

Wie immer - wenn wir mit Kontaktdaten der Agentur oder Fragen zu unserer Reise weiterhelfen können - einfach eine Mail an

 

 reiselust@webpark.at

 

Monika Rosenberger und Franz Huber, Österreich