Pink City Jaipur  -  08.-10.03.2013

08.03. Von Fatehpur Sikri nach Jaipur

Unterwegs gibts viel zu sehen. Hier sind jede Menge Kamele unterwegs, sowohl mit Transportanhängern als auch alleine. Dazu natürlich das übliche Bild der wunderschön bunt gekleideten Frauen auf den Feldern und in den Dörfern. Kleine Märkte und die überall präsenten Ziegelfabriken runden das idyllische Bild ab. Hier ist es auch wesentlich sauberer als in der Nähe der großen Städte. Kurz nach Fatehpur Sikri erreichen wir dann den Bundesstaat Rajastan. Pawan bleibt bei einem unscheinbar aussehenden Jeep stehen und bezahlt irgendwelche Straßenabgaben - seltsame Praktiken hier ...

Parvez von der Agentur erkundigt sich telefonisch, ob alles in Ordnung ist. Ja, das ist es allerdings - bisher hat alles perfekt geklappt.

Schon um 15 Uhr erreichen wir das Red Fox Hotel in Jaipur. Ein größeres Hotel vom Typ Massentourismus, aber ganz ok. Hier gibts blitzschnelles Gratis-Internet, schreiben mal wieder ein paar Mails nach Hause.

Um 17.30 Uhr gehen wir Abendessen ins Hotel-Restaurant. Das Essen ist scharf, alles schmeckt gleich und Brot gibts erst ab 19 Uhr. Aber wenigstens ist es nicht ganz so teuer wie bisher.

Anschließend gibts noch eine Programmbesprechung für morgen mit dem örtlichen Agentur-Vertreter - wir wollen etwas früher los als vorgeschlagen, kein Problem.

Müssen dann noch das Zimmer wechseln, weil im Nebenzimmer eine indische Familienfeier im Gang ist und es unbeschreiblich laut wird. Das nächste Zimmer war dann total verraucht und das dritte war dann einigermaßen in Ordnung. Früher hatten wir sowas kritiklos toleriert, heute verlangen wir einfach ein anderes Zimmer - geht meistens auch in Ordnung.

09.03. Palast der Winde

Das Frühstück ist ganz gut hier, eine etwas größere Auswahl als bisher. Um 8 Uhr gehts los zu unserer heutigen Besichtigungstour - neue Stadt, neuer Guide ...

Fahren gleich zum Hawa Mahal, oder Palast der Winde, eine der Hauptattraktionen der Stadt. Leider ist dieser im Moment nicht sonderlich attraktiv, weil die Fassade von einem Gerüst verdeckt wird. Und die ist das eigentliche Highlight am Palast der Winde.

Wir halten uns daher auch nicht allzu lang hier auf und fahren weiter zum etwas außerhalb der Stadt gelegenen Amber Fort.

09.03. Amber Fort

Beim Fort gibts eine riesige Wartschlange für den Elefantenritt. Hätten wohl etwas früher losfahren sollen meinen wir zum Guide. Interessiert diesen aber nicht sonderlich - er meint drauf nur, die ersten Chinesen wären eh schon nach Sonnenaufgang da ...

Nach fast einer Stunde anstellen endlich der Ritt auf dem Elefanten - echt strapaziös die Angelegenheit. Wir sitzen nebeneinander in einem Eisengestell und können uns nirgends so richtig festhalten, auch für die Füße gibts nichts. Das kennen wir aus Thailand wesentlich angenehmer. Aber der Ritt dauert ja nicht allzu lange, ist also zum Aushalten.

Das Fort ist wunderschön! Der Guide ist recht desinteressiert, was uns eigentlich ganz recht ist. So ignorieren wir seine Terminvorgaben "You have to be back in 10 minutes" - netter Versuch ;-) - und sehen uns allein in aller Ruhe um.

Die Außenfassade ist aus rotem Sandstein und weißem Marmor gestaltet, die einzelnen Bauten im Palastbereich sind eine einzige Pracht. Vor allem der Spiegelsaal und die Säulenhallen sind wirklich sehenswert.

09.03. Kobra hautnah

Am Weg zurück zur Stadt bleiben wir auf einem Parkplatz stehen, um das Fort nochmal aus der Ferne betrachten zu können. Hier sitzt ein Schlangenbeschwörer, der uns eine Fotosession anbietet.

Franky kniet sich neben den Schlangenkorb, doch die Kobra flüchtet - und sucht den Schatten unterhalb von Franky. Der Schlangenbeschwörer zieht das riesige Vieh unbeeindruckt unter ihm hervor und hängt es Franky einfach um den Hals, bevor er auch nur "A" sagen kann ... Das hatten wir uns nun echt nicht vorgestellt unter einer Fotosession mit Kobra!

So muß ich natürlich auch mithalten und das Tierchen wenigstens mal kurz am Kopf streicheln. Wir sind halt einfach davon ausgegangen, daß die Schlange an Menschen gewöhnt ist und deshalb nicht beißt. An andere Möglichkeiten möchte man ja auch gar nicht denken als nicht lebensmüder, tierliebender Mensch ...

09.03. Kanak Garden

Auf der Fahrt zum Fort hinauf hatten wir einen Garten gesehen, in dem die Bougainvillen in voller Blüte standen. Wir fragen bei der Fahrt zurück den Guide, ob man den Garten besichtigen kann - er lenkt ab und findet alle möglichen Ausreden, doch wir lassen nicht locker. Wir kennen das Spielchen ja schon, schnell mal das Programm abgespielt und nichts wie ab in die Fabriken ...

Unser Fahrer Pawan ist natürlich wieder auf unserer Seite und so besuchen wir den kleinen Garten. Der Eintritt ist nicht erwähnenswert und der Garten ist total romantisch. Viele junge Pärchen sind unterwegs und sitzen auf Decken unter den schattigen Bäumen. Die Bougainvillen sind eine Pracht und überall findet man indische Statuen. Zwar ziemlich kitschig, aber so ist das halt hier ...

Der Spaziergang durch die Gartenanlage - der Guide hat uns aus Protest nicht begleitet :-) - ist eine willkommende Abwechslung im Besichtigungsprogramm.

09.03. Jai Mahal Lake Palace

Am Weg liegt auch noch der Palast im See Jai Mahal. Nicht aufregend, aber wenn es schon mal am Programm steht.

Interessanter als der Palast ist für uns die Umgebung. Wie das korrekt geparkte Kamel und das Mädchen mit den bunten Küken, aber auch die Müllberge mit den Kühen.

Weiter gehts mit der üblichen Tour zum Restaurant und in die Fabrik. Der Lunch erstaunlich günstig und recht gut, aber die Teppichfabrik komplett zum Vergessen - auf weitere Fabriken verzichten wir dankend ...

09.03. City Palace

Der City Palace ist wieder recht sehenswert. Wir verzichten hier aufs Filmen, 200 Rupien ist uns der Spaß nicht wert. Das meiste hier ist ohnehin Museum, da darf man ohnehin nicht filmen oder fotografieren.

Wir besichtigen die Kutschen, das Waffenmuseum, Sultansgewänder und die größten Silbergefäße der Welt. In diesen hatte ein Maharadscha Gangeswasser für eine heilige Zeremonie nach London bringen lassen.

Der Guide empfiehlt uns, unbedingt in den Shop zu gehen und dort zu kaufen, denn da gibt es nur besonders schöne Originale, die von den Künstlern selbst verkauft werden. Seltsam, denken wir noch - die gleichen Sachen, die man woanders auch schon gesehen hat - doch der Guide schwört, das wären alles Originale.
So kaufen wir halt einen der schönen "Hand-Drucke" auf altem Papier (nach kräftigem Handeln) und sehen genau den gleichen Druck 2 Tage später viel billiger in einem der Touristen-Stopps. Das war nun echt das letzte Mal, dass wir einem Guide was glauben, nehmen wir uns vor!

09.03. Jantar Mantar Observatorium

Besonders gefreut hatten wir uns auf das Observatorium. Leider ist unser Guide mittlerweile total demotiviert und schickt uns gleich alleine los. Wir sollen einfach eine Runde gehen, er würde am Eingang warten. Na gut, auch kein Problem - wir können ja auch im Reiseführer nachschlagen ...

Jantar Mantar (auf deutsch "Magisches Gerät") heißen die fünf astronomischen Sternwarten, von denen sich die größte hier in Jaipur befindet.  14 Bauwerke zur Zeitmessen, zur Messung der Eklipsen und Planetenbahnen und für astronomischen Bestimmungen findet man hier. Darunter auch die 27 m hohe Sonnenuhr, welche die Zeit auf 2 sek. genau messen kann.

Langsam sind wir schon etwas müde von den vielen Besichtigungen heute und das Interesse läßt auch bei uns schon kräftig nach.

09.03. Spaziergang durch den Bazaar

Unser Guide verabschiedet sich, über die 100 Rupien Trinkgeld (1,40 EUR) ist er nicht wirklich erfreut - aber mehr hat er auch nicht verdient ...

Für ein bißchen shoppen muß aber schon noch Zeit sein ... Wir vereinbaren also einen Treffpunkt mit Pawan und gehen allein noch los auf die Bazaar-Straße. Dort reiht sich ein Souvenirgeschäft ans nächste und wir kaufen ein paar Kleinigkeiten für unsere Lieben daheim.

Pawan wartet mittlerweile am Parkplatz, wie immer hat er ein paar andere Fahrer zum Quatschen gefunden. Um 17.30 Uhr fahren wir los zurück zum Hotel, für heute haben wir genug gesehen ...