Ranthambore Nationalpark  -  10.-12.03.2013

10.03. Von Jaipur in den Ranthambore NP

Nach unserem üblichen "Indian-Standard-Frückstück" (Toast, Ei, Gemüse, Tee und Kaffee) fahren wir um 8.30 Uhr los.

Ganz in der Nähe des Red Fox Hotels ist ein Tempel, hier stehen tausende Menschen in einer Warteschlange - Pawan erzählt uns, daß heute ein Shiva-Festival stattfindet.

Heute ist es etwas schwieriger als bisher, einen ATM zu finden, der unsere Karte akzeptiert. Erst beim 5. Versuch klappt es ...

Zuerst geht es auf der Autobahn zurück Richtung Agra, dann biegen wir ab Richtung Süden. Eine Stunde lang fahren wir auf einer schlimmen Schlaglochpiste, dann wirds zum Glück endlich besser. Wir haben uns ja nun bereits an den irren Verkehr hier in Indien gewöhnt - aber selbst unser abgebrühter Fahrer Pawan meinte ab und zu: "This driver is a very crazy man" - und das mag was heißen hier in Indien :-)

In einer der typischen Touristenfallen kehren wir zum Mittagessen ein. Wir verzichten auf das Essen, kaufen nur eine Kleinigkeit. Dabei zahlen wir weniger als ein Drittel des angeschriebenen Preises und ruinieren den armen Verkäufer wieder total :-)

Die restliche Fahrt verläuft (für indische Verhältnisse) ereignislos und schon kurz nach 13 Uhr sind wir in Sawai Madhopur, der Stadt an den Toren zum Ranthambore Nationalpark.

Dreckig und häßlich die Stadt, doch zum Glück lassen wir sie hinter uns und fahren auf der Straße zum Nationalparkeingang raus. Hier ist ein Resort nach dem anderen, ziemlich weit draußen dann unser Resort - das Vatika.

Wir hatten uns eigentlich nicht viel davon erwartet und sind angenehm überrascht! Eine niedliche, kleine Anlage mit ein paar 2geschoßigen Bungalows. Klimaanlage, Flat-TV und ein großes Bad, alles recht sauber. Und eine Terrasse in einer netten Gartenanlage, hier läßt es sich aushalten!

Für heute steht nichts mehr am Programm, wir genießen die Ruhe auf unserer Terrasse bei einem Bier (das holt man extra aus der Stadt für uns).
"This is no hotel, this is home" aus der Begrüßung an der Rezeption trifft es fast ...

Wir sind die einzigen Ausländer im Resort, nur 2 indische Familien sind noch hier. So können wir endlich mal etwas ausspannen, das haben wir nach den ersten hektischen Tagen auch schon dringend notwendig. So verzichten wir auch auf die angebotene Rundfahrt mit einem Kamel, obwohl das Tier echt toll herausgeputzt ist!

Am Nachmittag kommt der örtliche Vertreter der Agentur vorbei und beschreibt uns den morgigen Tagesablauf. Schon praktisch, wenn alles so perfekt organisiert ist ...

Für 18 Uhr  haben wir Dinner bestellt. Es gibt verschiedene Saußengerichte mit Reis und Fladenbrot, dazu Suppe. Das meiste recht scharf, aber geschmacklich sehr gut. Dann gehts ab in den Bungalow, morgen müssen wir früh raus.

11.03. Morgensafari in Sektor 5

Safaritag - Tagwache 6 Uhr! Der Jeep für die Morgensafari ist pünktlich um 6.30 Uhr da. Eine Engländerin sitzt schon drin, wir sollen uns zu ihr nach hinten setzen. Schon ziemlich eng zu dritt, aber auf der zweiten Bank kommen ja noch die "VIPs" aus der teuersten Lodge dazu. Die nennen wir so, weil das amerikanische Pärchen dem Fahrer und Guide offenbar schon bekannt sind und die vom Feinsten hofiert werden. Wir restlichen 3 Leute werden noch nicht mal ignoriert, ist uns aber am Anfang egal ...

Weniger egal ist uns, daß diese Safari eine einzige Raserei auf der Jagd nach dem Tiger ist, wir können sie nur als "Dschungelralley" bezeichnen.

Ranthambore ist in verschiedene Sektoren unterteilt, man wird in einen davon eingeteilt, eine Auswahlmöglichkeit hat man als Normaltourist nicht. Wir waren in Sektor 5 unterwegs, eigentlich ein recht schönes Gebiet.

Leider rasen wir über Stock und Stein an allen Tieren vorbei dahin - immer auf der Suche nach dem Tiger, denn die "VIPs" wollen diesen natürlich unbedingt sehen. Warum leisten sich die nicht einfach einen eigenen Jeep fragen wir uns, echt ärgerlich!Nun, Tiger haben wir keinen gesehen und irgendwann hatten wir 3 "Nicht-VIPs" die Schnauze voll und haben angefangen, einfach laut "stopp" zu schreien, damit wir wenigstens ein paar Tiere aus der Nähe betrachten können.

An einem Tempel mitten im Wald warten wir eine Weile, weil ein paar Axishirsche Warnschreie ausstoßen. Ein Zeichen, daß eine Raubkatze in der Nähe ist - doch die läßt sich leider nicht blicken ...

Auch am See dürfen wir kurz die Tiere beobachten, wunderschön hier - mit vielen bunten Vögeln und sogar ein paar Krokodile gibt es. Und auch ein paar der niedlichen Hanuman Languren - die Äffchen sind einfach drollig!

Auch ein paar Pfaue sind unterwegs, die zeigen sogar noch stolz ihr prächtiges Gefieder. Jede Menge Axishirsche und Sambahirsche grasen friedlich am Ufer des Sees, ein schönes Bild!

Doch schon gehts weiter mit der Raserei bis zum Ende des Sektors und wieder zurück. Kurz wird noch eine "Pinkelpause" eingelegt, wir bekommen eine kleine Flasche Wasser zu trinken und schon gehts wieder zurück zum Ausgang.

Nach gut 3 Stunden sind wir wieder zurück im Resort. Trinkgeld gabs für die wilde Jagd natürlich keines!

11.03. Relaxen im Vatika Resort

Wir bekommen ein spätes Frühstück serviert, Toast und Omelett, ganz ok. Bis zur Abendsafari haben wir nun wieder Zeit, etwas zu relaxen. Ein Pool wäre natürlich toll, gibts hier aber leider nicht. Dafür ist es schön ruhig und wir sind die einzigen Gäste im Moment.

Am Nachmittag kommt wieder der örtliche Vertreter unserer Agentur und fragt nach der Safari. Wir berichten wahrheitsgemäß - eine Ralley durch den Dschungel, statt einer Safari, das kann doch so nicht gehen! Er verspricht, daß die Nachmittagssafari besser wird - mal sehen ...

11.03. Nachmittagssafari im Sekor 6

Schon kurz vor 14.30 Uhr ist der Jeep für die Nachmittagssafari da. Diesmal nur ein Fahrer, wir werden aufs freundlichste begrüßt. Unsere Kritik scheint offenbar angekommen zu sein, denn diese Safari ist nun endlich das, was wir uns erwartet hatten!

Wir holen zwar noch 5 weitere Gäste ab, darunter Lucy von der Morgensafari und der Jeep ist nun wirklich komplett voll, aber trotzdem ist diese Fahrt nicht nur um Welten sondern sogar um Galaxien besser!

Diesmal fahren wir in den Sektor 6, landschaftlich ganz anders als der Sektor am Morgen. Die Landschaft nicht dschungelmäßig, sondern steppenmäßig offen. Wir sehen viele Hirsche und beide heimischen Antilopenarten. Dazu wird natürlich bei jedem Tier gestoppt und es gibt Erklärungen. Dann fragt der Fahrer noch alle, ob er weiterfahren soll - so soll es sein ...

Auch hier sind wieder, wie schon am Morgen in Sektor 5 Leute zu Fuß oder auf Fahrrädern mitten im Nationalparkgelände unterwegs. Ist schon witzig, wie man drauf achtet, daß ja kein Tourist einen Fuß aus dem Wagen setzen darf und dann kommt schon wieder eine Gruppe Leute zu Fuß vorbei. Wenn die wenigstens eine bewaffnete Eskorte dabei hätten, würde man ja noch glauben können, daß es hier jede Menge Tiger und Leoparden gibt - das kennen wir von Afrika ganz anders ...

Highlights der Fahrt sind eine riesige Eule und ein Bär (leider hinter einem Gestrüpp). Und natürlich der große Mungo direkt neben der Straße, der läßt sich sogar fotografieren :-)

Leider auch diesmal wieder kein Tiger, wir warten lang an einem Wasserloch, doch leider vergeblich. Hier in Sektor 6 soll ja die Tigerin 24 unterwegs sein. Die hat im Moment 2 Junge und hat schon 3 Menschen getötet. In der letzten Nacht war sie angeblich nur 100 Meter von unserem Resort entfernt auf der Straße unterwegs. Ob man das wohl glauben darf?

Diese Fahrt hat uns total gut gefallen, wir würden bei einem weiteren Besuch sicher 1-2 zusätzliche Safaris einplanen.

Um 18.30 Uhr sind wir wieder zurück im Resort, das Abendessen ist wieder so gut wie gestern.

Bevor wir ins Bett gehen, vereinbaren wir mit dem Rezeptionisten noch, daß er uns diesmal unbedingt wecken soll, falls der Tiger wieder draußen rumspaziert. Aber in dieser Nacht gabs aber leider keinen Tigerbesuch :-)