Ein Tag in Rishikesh -  19.03.2013

19.03. Ausflug nach Rishikesh

Das Frühstück ist genauso dürftig wie gestern. Heute gibt es sogar noch weitere Gäste, eine asiatische Familie. Die scheint genauso angeekelt zu sein wie wir, allerdings trauen sich die, etwas zu essen.

Heute wollen wir Rishikesh besuchen. Obwohl es nur gut 20 Kilometer sind, brauchen wir 45 Minuten für die Strecke. Der Verkehr ist höllisch und es ist total dicht besiedelt. Ein dreckiges Nest nach dem anderen, nicht gerade eine Augenweide.

Rishikesh ist dann allerdings eine angenehme Überraschung. Die Stadt selbst ist laut und schmutzig wie alle anderen. Doch als wir endlich durch sind und den Ganges erreichen, der hier noch türkisfarbiger ist und schon einige Stromschnellen hat, ist die Welt eine andere geworden.

Wir fahren erstmal die Straße am Fluß entlang, um die tolle Aussicht zu genießen. Nach einer Polizeikontrolle erklärt uns Pawan, daß wir leider nur mehr ein Stückchen fahren können, weil hier wieder ein neuer Bezirk anfängt. Und dort darf er nicht fahren mit seiner Lizenz, wahrscheinlich wäre wohl wieder die übliche Gebühr zu bezahlen, wir hatten das ja schon ein paarmal.

Also zurück und hinein ins Getümmel an der Lakshman Brücke. Pawan stellt sich auf einen Parkplatz und meint, wir sollen wiederkommen, wann wir uns denken. Angenehm, diese Freiheit hier im Norden ...

Wir gehen zuerst an die Brücke und beobachten das Treiben dort. Hier überquerte ja Lakshmana einst den Ganges, indem er eine Jute-Seil-Brücke benutzte. Die heutige Hängebrücke ist natürlich schon moderner, obwohl sie bereits 1930 eröffnet wurde.

Es ist einfach sensationell, wie es sich da abspielt ... Die Brücke ist zwar recht schmal, doch außer den zahlreichen Fußgängern sind Radfahrer, Mopeds, Motorräder und sogar Kühe unterwegs. Da wirds manchmal richtig eng und man hat schon ein etwas mulmiges Gefühl ...

Wir beobachten eine Weile das Treiben der frechen Rhesusaffen. Die sind hier drauf spezialisiert, den Leuten Eßbares zu klauen. Und die sind echt gut darin :-)

Am anderen Ufer ist es auch nicht ruhiger. Hier sind vor allem Backpacker unterwegs. Wir haben noch nie so viele schmutzige Europäer auf einem Fleck gesehen (mir ist kurz sogar das Wort "verlaust" in den Sinn gekommen) - sind wohl jede Menge "gestrandete Existenzen" hier. Wir gehen einfach mal los, linkerhand scheint eine Straße den Fluß hinaufzuführen ...

19.03. Endlich mal wieder Natur pur!

Vorbei an kleinen Tempeln und Ashrams marschieren wir die Straße den Fluß entlang und langsam wird es immer ruhiger.

Wir suchen uns einen Pfad, auf dem wir zum Fluß hinunterkommen. Dort gibt es ein paar ruhige Plätzchen, das ist jetzt genau das Richtige für uns!

Nach den Menschenmassen der letzten Wochen sind wir froh, mal ganz allein zu sein und die Natur genießen zu können. Natürlich ist die Ruhe nicht ganz ungetrübt, denn alle paar Minuten fährt ein Raftingboot voll mit jauchzenden Touristen vorbei - aber es kommt der Erholung schon recht nah :-)

Wir wandern am steinigen Strand dahin, stapfen durch das kalte Gangeswasser und beobachten die vielen Vögel und wunderschönen Schmetterlinge. Ein Traum - wer hätte das gedacht, dass wir sowas in Indien erleben!

19.03. Zurück ins Getümmel

Mittags gehts wieder zurück ins Getummel. Wir wandern noch etwas herum in der Stadt, ist auch nichts anderes hier als in den anderen Städten zuvor. Menschenmassen, Schmutz, Lärm und Gestank. Natürlich könnte man hier viel unternehmen, hunderte Offices hatten wir gesehen, die Rafting- und Trekkingtouren anbieten. Da müßte man aber mehr Zeit dafür haben.

Wir setzen uns noch etwas ins deutsche Cafe mit Bäckerei an der Hängebrücke. Unglaublich, wie billig es hier ist, für 4 Getränke bezahlen wir weniger als für eines im Country Inn in Haridwar! Wir beobachten etwas neidisch die vielen Backpacker, die sich lecker aussehende Salatplatten und andere rohe Köstlichkeiten reinziehen. Werden wohl schon abgehärtet sein, wir wollen es lieber gar nicht wissen ...
Kaufen uns stattdessen ein paar Säckchen Chips, wird man auch satt davon.

Beobachten dann noch etwas die Affen. Speziell am Weinen der Kinder merkt man gleich, dass wieder ein "Coup" gelungen ist. Einer hat schon einen ganzen Vorrat an Popcorn, Chips und anderen Knabbereien neben sich liegen. Hält ihn aber nicht davon ab, gleich wieder loszuspringen, wenn was Neues in Sichtweite kommt :-)

Dann wandern wir noch etwas herum und sehen uns um. Um 15 Uhr haben wir genug und fahren zurück nach Haridwar. Einen kurzen Zwischenstopp machen wir an der zweiten Hängebrücke der Stadt - der Shivanand Brücke.

Eigentlich hätten wir uns die 3 Nächte in Rishikesh einquartieren sollen und den Ausflug nach Haridwar machen können. Wäre sicher angenehmer gewesen, aber wenn man das immer schon vorher wüsste!

Um 19 Uhr lassen wir uns von Pawan ins Country Inn zum Abendessen fahren. Essen wieder vegetarische Platten und Nudelgerichte.